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Carl-Ulrich-Brücke Brückenschlag am Ufer

Im letzten Jahr rückten die ersten Arbeiter an, um das Flußbett auf Kampfmittel zu untersuchen - Ende 2014 soll die neue Carl-Ulrich-Brücke fertig sein, Offenbacher und Frankfurter Stadtgebiet verbinden. Altes durch Neues zu ersetzen ist in diesem Fall ein kompliziertes Unternehmen. Die ersten Teile kamen per Tieflader an und werden nun montiert.

Noch steht die alte Brücke, aber die neue (links) wächst nun langsam. Foto: Renate Hoyer

Radfahrer halten abrupt am Mainufer an, „Zaungäste“ lehnen sich neugierig übers Geländer. Die Region hat eine neue Attraktion: das Mittelteil der neuen Carl-Ulrich-Brücke. Tonnenschwere Stahlelemente schweben am Kranhaken, werden am Ufer entlang des Flusses miteinander verbunden, ausgerichtet und verschweißt. Stunde für Stunde wird immer mehr ersichtlich, wie die neue Brücke aussehen wird, die Ende 2014 Fechenheim mit der Nachbarstadt Offenbach verbindet.

Am Montag haben zwei dicke gelbe Spezialkräne schon erahnen lassen, dass auf dem Vormontageplatz am Offenbacher Mainufer Großes passieren wird. Tags darauf kommen dann die ersten tonnenschweren Brückenbauteile an – nachts, so wie die ganze restliche Woche über. Schwerlasttransporter mit bis zu zehn Achsen liefern sie aus dem Osten an, aus Elster an der Elbe in Sachsen-Anhalt. 18 Montageelemente, je nach Größe zwischen 40 und 75 Tonnen schwer, liegen huckepack auf den Tiefladern. Es sind rechte und linke Seiten, die zusammengefügt werden. So entstehen U-förmige Bauteile.

„Neun dieser Abschnitte ergeben das Brückenmittelteil mit einer Länge von 150 Metern“, erklärt Alexander Pilz, regionaler Bevollmächtigter bei Hessen Mobil, dem Straßen- und Verkehrsmanagement des Landes. Die fehlenden Endstücke werden erst ergänzt, wenn die 1200 Tonnen schwere Konstruktion eingeschwommen ist, und zwar auf Offenbacher und Frankfurter Seite per Kranmontage von Land aus. Dann hat die Brücke ihre endgültige Länge erreicht: 235 Meter.

In mehreren Abschnitten wird die Betonplatte für die Fahrbahn eingegossen. Ein Schalwagen fährt dafür auf der Stahlkonstruktion hin und her. Geländer und Lichtmaste werden montiert.

Vier Wochen Sperrung

Mehrere Wochen lang liegen alte und neue Brücke direkt nebeneinander, bis in den Sommerferien der Abbruch der alten Konstruktion erfolgt. Dann müssen die Verkehrsteilnehmer vier Wochen lang Umwege in Kauf nehmen. Kraftfahrzeuge und Linienbusse werden über die A 661 und die Hanauer Landstraße umgeleitet, Mofas, die nicht für die Autobahn zugelassen sind, über die Flößerbrücke in Frankfurt-Sachsenhausen beziehungsweise über die Fähre in Offenbach-Rumpenheim. Radfahrer können die Kaiserleibrücke nehmen oder den Arthur-von-Weinberg-Steg, die Wehr-Überführung vom Almeiweg in Offenbach zum Fechenheimer Leinpfad. Fußgänger müssen die Linienbusse besteigen, um auf die andere Mainseite zu kommen.

In den vier Ferienwochen wird die neue Brücke quer verschoben – an die Stelle, an der die alte Brücke saß. Danach folgen noch die Anschlussarbeiten an den Widerlagern, den Übergängen zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm. Schließlich wird noch die Asphaltschicht aufgetragen.

Die neue Konstruktion ist eine Stahlverbundbrücke. „Stahl hat den Vorteil, dass man bei einer großen Spannweite mit einem schlanken Querschnitt und wenig Gewicht arbeiten kann“, sagt Pilz.
Die neue Brücke ragt genauso hoch aus dem Wasser wie die alte, ist aber einen Meter breiter. Sie bekommt einen silbergrauen Anstrich. Ein mehrfach aufgetragener Korrosionsschutz soll dafür sorgen, dass sie 80 bis 100 Jahre lang hält.

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