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Benzin im Blut Oldtimer in der Heyne-Fabrik

Früher wurden hier Schrauben hergestellt - auch für Autos. Jetzt wird die Heyne-Fabrik zum regelmäßigen Treffpunkt für Oldtimerfahrer und Fans. Von Angelika Ohliger

27.07.2009 12:07
Angelika Ohliger

Auf der Rückbank eines alten BMW Coupé fing alles an. Es war das Auto seiner Eltern und er noch ein Kind. "Da habe ich schon gemerkt, dass ich Benzin im Blut habe", erinnert sich Thomas Kypta.

Dazu entwickelte sich irgendwann die Liebe zu klassischen Oldtimern. Klar, dass er seine Sammlung mit einem BMW Coupé (Baujahr 1974) begann. Später kam ein Lancia Fulvia dazu.

Weil es Spaß macht, seine Schätze anderen zu zeigen und mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln, kam Kypta auf die Idee, fortan einmal im Monat ein Oldie-Treffen vor der Kulissen der alten Heyne-Fabrik zu organisieren - "ganz offen, ganz ohne Mitgliedschaft", betont der 42-Jährige.

Die alte Schraubenfabrik ist für ihn der ideale Ort. Nicht nur deshalb, weil er einer der knapp 60 Mieter ist, die sich dort mit ihren Dienstleistungsunternehmen niedergelassen haben - Kypta hat eine Werbeagentur. Schließlich seien hier jahrzehntelang Schrauben und gedrehte Teile gefertigt worden, die auch in Autos eingebaut wurden. Somit sei die Fabrik ein Zulieferer gewesen.

Im Originalzustand

Der Hof füllt sich mit Fahrzeugen, auf deren Nummernschild hinter den Ziffern ein "H" steht. Der Beweis dafür, dass ein Wagen mindestens 30 Jahre alt und "unverbastelt" ist, also keine Veränderung der Originalteile erfahren hat. Das Wetter meint es gut an diesem Sonntag, den Kypta für das erste Treffen ausgeguckt hat. Wenn es regnet, bleiben Oldtimer-Fahrer lieber zu Hause. Nur geplante Ausfahrten würden gemacht.

"Er tut einem ja so leid", sagt Eva-Maria Winkel. Sie ist mit ihrem Mann Gerhard aus Langen in einem blau-weißen Ford 17 M aus dem Jahr 1960 gekommen. Beide gehören auch dem "Klassiker Stammtisch Offenbach 1990" an, der an diesem Tag in der Heyne-Fabrik gut vertreten ist.

In ein "Wahnsinnsunwetter" seien sie mit ihrem guten Stück einmal geraten, erzählt Eva-Maria Winkel. "Bis Baujahr 60 hatten alle Autos nur sechs Volt. Da sieht man bei dem Wetter fast gar nichts."

Plötzlich ist die Aufmerksamkeit aller auf das Einfahrtstor am Nordring gerichtet. Drei offene britische Oldtimer fahren vor, die den Namen mehr als alle anderen hier verdient haben. Loes und Kalli steigen aus einem 34er Lagonda, ihre Freunde sind in Bentleys, Baujahr ’24 und ’28, aus der Nähe von Limburg gekommen. Sie werden umringt, ausgefragt, von manchen herzlich begrüßt. In der Szene kennt man sich.

Während die britischen Modelle noch bestaunt und fotografiert werden, knattert ein azurblaues Goggomobil-Coupé auf den Hof. "Damit hatte man früher mehr Chancen bei den Mädchen", erinnert sich ein älterer Besucher.

Das nächste Treffen der Oldtimerfreunde ist am 30. August. Terminplan: letzter Sonntag in den Monaten März bis Oktober.

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