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Bauen in Offenbach Ein Schandfleck verschwindet

Seit Jahrzehnten schon gibt es in der Bleichstraße eine Baulücke. Nun wird sie dank der Initiative eines Architekten geschlossen werden. Zwei Häuser sollen in die Lücke passen, Platz für neun Wohnungen und einen Laden.

Keine Zierde: Die Lücke in zentraler Lage. Foto: Martin Weis

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Sie ist schon seit Jahrzehnten ein Schandfleck. Und das in zentraler Lage, wenige Schritte von der gut Stubb Offenbachs, dem Wilhelmsplatz, entfernt. Die Baulücke Bleichstraße 26 beherbergte vor langer Zeit mal einen Autohandel. Manchmal parken dort Autos, Abfall liegt herum, zerbrochene Flaschen und sogar zwei größere Löcher finden sich. Die hat Shakil Ahmed im Rahmen einer Baugrunduntersuchung graben lassen.

Ahmed ist Architekt aus Offenbach, Inhaber eines Büros mit zwei Angestellten und mehreren freien Mitarbeitern, und möchte das Gelände mit zwei Häusern bebauen. Im Erdgeschoss vorne ist ein Laden geplant, in den drei Obergeschossen und dem Dachgeschoss darüber Wohnungen mit drei bis sechs Zimmern. Im Hinterhaus mit seinen drei Obergeschossen, plus Erd- und Dachgeschoss, sind nur Wohnungen geplant, insgesamt könnten gut 800 Quadratmeter Wohnfläche entstehen. Zwischen Vorder- und Hinterhaus soll eine Hoffläche bleiben. „Das Gelände ist schwierig, weil auf drei Seiten Grenzbebauung besteht“, sagt Ahmed. Er will die Gebäudefront an der Rückseite des Geländes – links fünf, rechts drei Geschosse – auffüllen, seine vier Stockwerke sollen zwischen linkem und rechtem Nachbarhaus vermitteln.

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Das Vorderhaus soll die Fassadenlinie der Nachbarbebauung aufnehmen. Dachterrassen und Doppelparker sind Teil der Planung. „Ich habe die bisherigen Planungs- und Genehmigungskosten vorfinanziert und das Grundstück vertraglich gesichert. Die Gespräche mit zwei Investoren, Privatleuten aus Frankfurt und Offenbach, sind in der Endphase“, so Ahmed. Wenn bis Ende Januar eine Entscheidung gefallen ist, könnte der Bau im Frühjahr starten. Bewohner könnten ein Jahr später einziehen, wenn nichts schief geht.

Auf einen Verkaufspreis von 2200 bis 2500 Euro je Quadratmeter würden die Wohnungen wohl kommen, schätzt er, damit ließen sich Quadratmetermieten zwischen acht und zehn Euro erzielen.

Was Ahmed in der Bleichstraße tut, wünscht sich die Stadtplanung häufiger. Marion Rüber-Steins, Referatsleiterin Stadtentwicklung im Bauamt, sieht ein Potenzial für bis zu 2000 Wohneinheiten in Baulücken im Stadtgebiet. Wobei diese schwierig zu ermitteln seien, nicht jede Lücke ist so eindeutig wie die in der Bleichstraße – ist der Luisenhof etwa Baulücke oder Freifläche? Die Stadt hat jedenfalls eine Kartierung vorgenommen, in der Baulücken eingetragen sind.

Die Daten sollen digitalisiert werden, was sich derzeit durch den Weggang eines Mitarbeiters verzögert. Mittelfristiges Ziel ist eine Datenbank, die auch im Internet veröffentlicht werden könnte, im Idealfall sogar mit Kontaktdaten der Eigentümer. Dafür müssen diese aber zuvor ihr Einverständnis geben. Würde diese Datenbank irgendwann Realität, so erhofft sich Rüber-Steins davon eine bessere Vermarktung der Baulücken. Das ist umso wichtiger, als das Entwicklungspotenzial Offenbachs auf freien Flächen bekanntlich kaum noch vorhanden ist.

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