Lade Inhalte...

Ausstellung Vom Bauerndorf zum Vorort

Seit 75 Jahren ist Bieber ein Stadtteil von Offenbach. Anlass genug für das Haus der Stadtgeschichte, in einer Ausstellung zu zeigen, wie sich der Ort seit der Frühgeschichte entwickelte.

19.03.2013 21:54
Monica Bielesch
Sammeln und sichten: Dorothea Held (li.) und Anjali Puraji mit einem Gefäß aus der Hallstattzeit. Foto: Weis

Noch sammeln und sichten Anjali Pujari und Dorothea Held. Aber die meisten Stücke für die Ausstellung „Bieber: Seit 75 Jahren ein Stadtteil von Offenbach“ haben die beiden Kuratorinnen vom Haus der Stadtgeschichte bereits zusammen getragen. So etwa zwei alte Kleiderspangen aus Bronze mit eingravierten Ornamenten aus fränkischer Zeit. „Das sind besonders gut erhaltene Stücke“ sagt Held, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum, und holt die Nachbildungen hervor. Es sind Grabbeigaben, die beim Bau eines Hauses zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefunden wurden.

In diesem Jahr jährt sich die Eingemeindung des Stadtteils zum 75. Mal. Das haben Held und Pujari zum Anlass genommen, eine Ausstellung über Bieber zu gestalten. „Aber die erzwungene Eingemeindung im Jahr 1938 wird nur ein Teilaspekt der Ausstellung sein“, so Pujari, „dieses Ereignis alleine würde nicht genug Material hergeben“. Daher soll die Ausstellung die Entwicklung Biebers von der Frühgeschichte bis in die Gegenwart dokumentieren. Dazu haben sich die beiden von Otto Schlander vom Offenbacher Geschichtsverein durch den Ort führen lassen.

Objekte, Bilder, Dokumente

Gezeigt werden sollen archäologische Funde aus der Bieberer Gemarkung, wie etwa eine Bodenvase, die in einem Grab entdeckt wurde. Viele Funde aus der Vor- und Frühgeschichte befinden sich im Depot des Museums und waren noch nicht für die Öffentlichkeit zu sehen.

Die Entwicklung des mittelalterlichen Bauerndorfes Bieber wird ebenso ein Schwerpunkt sein wie die Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung ist eine Kooperation von Museum und Archiv im Haus der Stadtgeschichte und greift auch auf Leihgaben von Bürgern und Institutionen zurück. Vor allem die Kirchengemeinden habe Stücke beigetragen, so Pujari. Etwa ein altes Altargeschirr oder Heiligenfiguren.

Die beiden Kuratorinnen sichteten auch die gut erhaltenen Gemeindeakten im Magazin des Archivs. Die Lutherkirche, zwischen 1934 und 1935 erbaut, gilt als einer der am besten erhaltenen Bauten aus nationalsozialistischer Zeit in Hessen. „Auch diese Zeit werden wir in der Ausstellung darstellen“, betont Held. Alte Postkarten-Ansichten von Bieber oder historische Fotos ergänzen die Schau über den Stadtteil, der heute 15000 Einwohner hat.

Viele Ausstellungsstücke erzählen von der einstmals florierenden Lederwarenindustrie. Dabei waren in Bieber vor allem kleine Familienbetriebe auf Lederwaren spezialisiert. „Von Privatleuten haben wir einige alte Ledertaschen oder altes Werkzeug aus der Lederindustrie erhalten“, erzählt Held. Aber auch Objekte, die sich in der Dauerausstellung des Museums befinden, sollen in die Ausstellung integriert werden. Und natürlich dürfen die Besonderheiten, die Bieber ausmachen, nicht fehlen: die Käsmühle oder der Bieberer Aussichtsturm.

Ausstellung: „Bieber: Seit 75 Jahre ein Stadtteil von Offenbach“ vom 24. März bis 21. April 2013. Eröffnung am Sonntag, 24. März, 15 Uhr. Haus der Stadtgeschichte, Herrnstraße 61. Di, Do, Fr: 10-17 Uhr Mi: 14-19 ; Sa, So: 11-16 Uhr.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen