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Ausstellung Neuer Anlauf für Neue Welten

Das Kunst-Event in einer Montagehalle des alten MAN-Roland-Werkes ist Auftakt zu dem auf mehrere Jahre angelegten Projekt „Wandernder Kunsthalle“. Aufgrund des ungewöhnlichen Ausstellungsortes ist es ungewöhnlich kostspielig.

11.11.2011 22:23
Jörg Muthorst
Kunst- statt Montagehalle: altes MAN-Roland-Werk. Foto: Oliver Weiner

Im Juli hatte die Stadt das für August/September geplante Großprojekt wegen sicherheitstechnischer Bedenken kurzfristig abgesagt. Sehr zum Unmut der betroffenen Künstler und der beteiligten Partner. Vom 13. Mai bis 24. Juni 2012 wollen das Haus der Stadtgeschichte und das Forum Kultur und Sport nun einen zweiten Anlauf unternehmen, um mit der Ausstellung „Neue Welten“ moderne Kunst in einer alten Industriehalle zu inszenieren.

Sechs namhafte sowie zwölf noch nicht so bekannte regionale Künstler aus Offenbach wollen mit Skulpturen und Malerei, Fotografie, Installationen, Videokunst und Performances einen kritischen Blick auf Innovationen in der Medien- und Kommunikationstechnik und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen werfen.

Das großflächig inszenierte Kunstevent soll Auftakt für das auf mehrere Jahre angelegte Projekt „Wandernde Kunsthalle“ sein. Da eine eigene städtische Galerie augenblicklich nicht finanzierbar ist, soll gezeigt werden, was in einer solchen Kunsthalle möglich wäre, um moderner, avantgardistischer Kunst einen größeren Stellenwert einzuräumen und damit auch neue Zielgruppen anzusprechen.

Hoher technischer Aufwand

Weiterhin stellt für diesen Auftakt der Münchener Maschinenbauer MAN sein seit zehn Jahren brach liegendes Werksgelände in der südlichen Innenstadt zur Verfügung. 8.500 Quadratmeter inklusive Nebenräumen misst das Ausstellungsgelände in der Christian-Pleß-Straße. 6.000 Quadratmeter davon nimmt allein die alte Montagehalle mit dem markanten Sägezahndach ein. Sie ließ sich in diesem Jahr nicht so schnell wie erwartet in eine große Galerie verwandeln. Stromversorgung und Sicherheit der Besucher wie der Kunstwerke erfordern einen höheren Aufwand.

Allein für Technik, Brandschutz, mobile Sanitäranlagen und die Sicherung des unebenen Hallenbodens sind über 25.000 Euro veranschlagt. Das Gesamtbudget beläuft sich auf 54.000 Euro. Viel Geld für eine einzelne Ausstellung. „Das hat es in Offenbach noch nicht gegeben“, sagt Marcus Frings, Kurator im Haus der Stadtgeschichte. „Wir machen aber etwas, das für Offenbach angemessen ist.“

Frings ist zuversichtlich, dass die Summe reichen wird. Es gebe klare Kostenvoranschläge und auch Denkmalschutz und Bauaufsicht hätten ihre Zustimmung signalisiert. Sollte der Aufwand dennoch höher sein, könne auf einen anderen Ausstellungsort ausgewichen werden. 40.000 Euro haben Museumsleiter Jürgen Eichenauer und Kulturforum-Chef Ralph Philipp Ziegler aus ihren Etats gekratzt. 10.000 Euro schießt der Kraftwerksbauer Areva hinzu. Der Rest soll durch Eintrittsgelder, Firmenevents und weitere Sponsoren finanziert werden.

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