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Arbeitsmarkt Frauen Trotz Kind eine Arbeit finden

Auch Mütter haben auf dem Arbeitsmarkt eine Chance. Vor allem wenn sie einen Integrationskurs besuchen. Die sind in Offenbach sehr erfolgreich. Das Jobcenter legt deshalb ein neues Programm auf.

Eine Stelle finden oder eine Ausbildung machen – und selbstsicherer werden, das sind Ziele, welche die Frauen erreichen wollen. Foto: Monika Müller

Auch Mütter haben auf dem Arbeitsmarkt eine Chance. Vor allem wenn sie einen Integrationskurs besuchen. Die sind in Offenbach sehr erfolgreich. Das Jobcenter legt deshalb ein neues Programm auf.

Bevor sie Kinder hatten, arbeitete Dusica Toskovic, 31, als Reinigungskraft in großen Unternehmen, Angela Comparelli, 31, war Kassiererin. So lange die Partnerschaft mit ihren Männern hielt, war das Leben einigermaßen in Ordnung. Mit der Trennung kam der Fall ins Bodenlose: Verlassen, allein für die Kinder zuständig, kein Job und kein Geld. „Seele und Körper, alles ist belastet“, bricht es aus Shi Anli aus China hervor. Sie sei in ein schwarzes Loch gestürzt, habe gedacht, ihr Leben habe keinen Sinn mehr.

Heute haben die drei Frauen ein Ziel: Sie möchten Bürokauffrau werden, machen eine Ausbildung oder bereiten sich darauf vor. Dass Frauen wie sie Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, hätten sie vor der Teilnahme an den Integrationskursen bei der Goab oder im Gelben Haus der Initiative Arbeit nicht geglaubt. „In den Kursen haben wir Selbstvertrauen bekommen“, sagt Shi Anli, „es wurde eine Kerze angezündet.“

Aus hilfsbedürftigen Frauen selbstständige Frauen mit beruflichen Perspektiven zu machen, das ist das Ziel der Kurse, die als Teil des Bundesprogramms „Gute Arbeit für Alleinerziehende“ seit April 2010 von der Mainarbeit finanziert wurden.

Zum Jahresende läuft das Förderprogramm aus. Die Kurse waren jedoch so erfolgreich, dass die Mainarbeit nun ein Folgeprogramm mit eigenen Mitteln auflegt und neu ausschreibt. Die Integrationskurse können 2013 von anderen Trägern angeboten werden. Wer den Zuschlag erhält, wollte Regine Bozon, Projektkoordinatorin bei der Mainarbeit, noch nicht mitteilen.

„Zwei Jahre nach Beendigung der Kurse haben zwölf Prozent der Teilnehmerinnen eine sozialversicherungspflichtige Arbeit“, sagt Bozon. 19 Prozent machen eine Ausbildung, bei zusätzlichen 15 Prozent ist die Hilfebedürftigkeit fortgefallen. Andere holen einen Schulabschluss nach, machen eine Weiterbildung oder sind geringfügig beschäftigt. Jeweils zwölf Prozent sind arbeitslos oder nicht in der Lage zu arbeiten. Ein Erfolgsrezept ist, dass parallel zu den Kursen eine Kinderbetreuung angeboten wird. Allein bei der GOAB nahmen 125 Kinder teil.

„Viele Frauen wissen nicht, wie es weitergehen soll, wenn sie bei uns ankommen“, berichtet Nikoleta Kouklinou, Sozialarbeiterin im Gelben Haus. Deshalb ist es ihre Aufgabe, die Frauen so zu stabilisieren, dass sie ihr Leben wieder in die eigenen Hände nehmen. Die Sozialarbeiter vermitteln daher nicht nur in Ausbildung, Arbeit, Schule oder Sprachkurse, sie üben nicht nur Bewerbungsgespräche, erläutern die Anforderungen von Praktika, sondern erarbeiten mit den Teilnehmerinnen, wie sie ihre Probleme in den Griff bekommen. „In dem Startup-Kurs haben wir gelernt, dass wir Frauen Menschen sind, nicht nur Mutter“, sagt eine 33-Jährige. Bei Vorstellungsgesprächen habe sie zuvor als Alleinerziehende viel Ablehnung gespürt. Jetzt habe sie wieder Mut gefasst. Sie lässt sich zur Bürokauffrau umschulen.

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