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Universität Mainz Mainz hat das modernste Spurenlabor

Das Institut für Anthropologie in Mainz bezieht einen Neubau. Das palaeogenetische Spurenlabor im neuen hochmodernen Institutsgebäude ist weltweit eines der besten auf seinem Gebiet. Wissenschaftler arbeiten dort mit der DNA aus uralten Knochen und Zähnen.

13.06.2013 08:49
Im Mainzer Institut für Anthropologie isolieren Wissenschaftler DNA aus alten Knochen und Zähnen. Foto: Frank May/dpa

Der Ausbau des Mainzer Uni-Campus geht voran: Nach rund zweijähriger Bauzeit hat das Institut für Anthropologie (Wissenschaft vom Menschen und seiner Entwicklung) jetzt seinen Neubau bezogen. Auf 1650 Quadratmetern sind Labore, Seminarräume, ein PC-Pool sowie ein Mikroskopiersaal für die Unimedizin untergebracht. Das palaeogenetische Spurenlabor im neuen hochmodernen Institutsgebäude ist weltweit eines der besten auf seinem Gebiet. Hier wird mit der alten DNA aus Knochen oder Zähnen gearbeitet.

Die zehn Millionen Euro Gesamtbaukosten trägt das Land. Hinzu kommen weitere 762 000 Euro für die Raumausstattung. Der Neubau Anthropologie ist Teil eines umfassenden Bauprogramms, das die Landesregierung bis 2015 auf dem Mainzer Uni-Campus umsetzt. Voraussichtlich im Jahr 2014 beginnt die Umwandlung des Studentenwohnheims „Inter I“ in ein neues Medienhaus. Für das Helmholtz-Institut soll bis 2015 ein Neubau in unmittelbarer Nähe zu Kernphysik und Kernchemie entstehen, geplant sind auch ein Biomedizinisches Forschungszentrum und eines für Immunologie. Dank der 50-Millionen-Euro-Spende der Boehringer Ingelheim Stiftung können für die Biologie ein Neubau sowie die Sanierung eines Gebäudes finanziert werden.

Studien zur Evolution des Menschen

Gerade erst haben Pädagogen, Politikwissenschaftler und Publizisten den neuen Georg-Forster-Bau zwischen Zentrabibliothek und Philosophicum bezogen. Jetzt sind die Biologen, Humangenetiker, Biomediziner und Bioinformatiker dran: Sie alle werden im neuen Anthropologie-Gebäude studieren. Um die Vernetzung des Instituts mit anderen Fachbereichen zu betonen, steht der Neubau in unmittelbarer Nähe des Botanischen Gartens.

Mainz zählt nach Angaben von Dekan Professor Hans Zischler zu den wenigen Standorten in Deutschland, wo anthropologische Forschung noch auf breiter Ebene durchgeführt werden kann. Die Einrichtung müsse national und international keinen Vergleich scheuen, so Zischler. Ein Arbeitsbereich der Anthropologie beschäftigt sich etwa mit der Evolution des Menschen und der nicht-menschlichen Primaten. Mainzer Forschungen haben gezeigt, dass Koboldmakis, kleine, nachtaktive Baumbewohner der indonesischen Insel Sulawesi, große genetische Unterschiede aufweisen, die sich mit der geologischen Geschichte der Insel und den Veränderungen des Meeresspiegels in den letzten 1,6 Millionen Jahren erklären lassen.

Der Bereich Palaeogenetik beschäftigt sich unter anderem mit Fragen zur Abstammung der Europäer oder dem Ursprung der Hausrinder. Dazu wird Erbsubstanz aus archäologischen Funden lange verstorbener Menschen oder Tiere untersucht. Barbara Bramanti forscht in diesem Arbeitsbereich etwa über die großen Seuchen in Europa. Sie untersucht die Pestepidemien im Mittelalter und die Konsequenzen im Hinblick auf Selektion und Evolution.

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