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Studenten-Wohnung Mainz Teures Pflaster

Die Miet-Situation für Studenten soll sich durch neue Wohnheime entspannen. Das Rhein-Main-Gebiet ist ein teures Pflaster, es fehlt an Studenten-Wohnheimen.

22.01.2013 21:39
Von Alexandra Schröder
Bei der Wohnungssuche haben Studenten meist nichts zu lachen. Foto: Renate Hoyer

Die Miet-Situation für Studenten soll sich durch neue Wohnheime entspannen. Das Rhein-Main-Gebiet ist ein teures Pflaster, es fehlt an Studenten-Wohnheimen.

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp und begehrt in Mainz. Nach Ansicht von ÖDP-Chef Claudius Moseler müssten sich Stadt- und Landesregierung des Problems systematischer annehmen. „Wir haben das Wohnraumversorgungskonzept, wir bräuchten aber mal einen Strich unter der Rechnung.“ Soll heißen: eine Bilanz, die zeigt, welche Projekte wo laufen und welcher Bedarf noch besteht. „Der Sozialwohnungsbau ist nahezu zum Erliegen gekommen“, sagt der ÖDP-Mann. „Das ist nicht allein die Schuld der Stadt, denn es wurden Förderungen Schritt für Schritt zurückgefahren.“

Dass sich die kommunale Wohnbau – nach eigenen Angaben mit 10.600 Mietwohnungen für 35.000 Menschen der größte Anbieter der Stadt – wieder auf das Kerngeschäft der Wohnungsvermietung konzentriert, findet er gut. Eine klare Linie im Zusammenspiel mit Stadtwerken und Mainzer Aufbaugesellschaft vermag er aber nicht zu erkennen. Das Thema sei enorm wichtig, da sich die Situation in Mainz – Zuzugsgebiet für Rhein-Main und Studentenstadt – noch verschärfe. „Wir bräuchten eine Art Stabsstelle“, meint Moseler. „Qualifiziertes Personal haben wir doch in der Verwaltung.“

Bezahlbare Wohnungen

Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) macht keinen Hehl daraus, dass Mainz dringend mehr günstige Wohnungen braucht. „Wir sind in engen Gesprächen mit dem Liegenschafts- und dem Sozialdezernat und auf gutem Weg“, sagt sie und verweist auf den Landwehrweg in der Oberstadt, wo 38 Wohneinheiten für Familien „mit nicht ganz so dickem Geldbeutel“ geschaffen werden sollen. In der Berliner Siedlung werden die ehemaligen Schwesternwohnheime abgerissen. Dort sollen 380 Appartements gebaut werden. „Für mich ist das ein Beispiel gelungener Nachverdichtung“, sagt die Dezernentin, die jedoch keine Angaben machen kann, wie viele sozialverträgliche Wohnungen dort entstehen. Für die Konversionsflächen in der GFZ- und der Kurmainz-Kaserne gebe es einen Rahmenplan zur wohnbaulichen Entwicklung. Allerdings gibt der Bund die Flächen erst 2019 frei. Weitere, mehr oder weniger konkrete Pläne gibt es etwa auch für das Postareal am Cityport und die Bahnflächen gegenüber des jüdischen Friedhofs.

Eindeutig besser wird die Lage in Zukunft wohl für Studenten, die derzeit auf der Suche nach Unterkunft nichts zu lachen haben: Das Deutsche Studentenwerk hat in seiner 19. Sozialerhebung, die die wirtschaftliche und soziale Lage von Studenten in Deutschland erfasst, ein Städteranking anhand der Höhe von Mieten und Nebenkosten erstellt. Das kleine Mainz landet hier auf Platz sieben – nach den Großstädten München, Hamburg, Köln, Düsseldorf und Frankfurt.

Neues Wohnheim

Darmstadt liegt auf Rang sechs. Das Rhein-Main-Gebiet ist für Studenten also ein teures Pflaster. Um genau zu sein: 308 Euro müssen pro Monat in Mainz berappt werden, in Frankfurt sind es sogar 328. „Der Markt hier in der Stadt ist eng“, sagt Matthias Griem, Geschäftsführer des Mainzer Studentenwerks. Traditionell am billigsten wohnen Studenten in öffentlich geförderten Wohnheimen, allerdings finden nur elf Prozent dort einen Platz. Wenn am 1. Oktober der neue Wohnkomplex auf dem Kisselberg bezugsfertig ist, wird die Lage besser. Am Binger Schlag jedoch hat sich der zweite Bauabschnitt verzögert: „In einem Gebäudeteil sind momentan noch die Kunsthistoriker. Deren neue Räume auf dem Campus sind ein Dreivierteljahr hinter der Planung“, berichtet Griem. Sobald die Kunsthistoriker auf dem Unigelände sind, wird am Binger Schlag abgerissen und losgelegt. Griem rechnet damit, dass der Komplex im Wintersemester 2014/15 bezugsfertig ist.

Die Anzahl der Plätze ist die eine Sache, die Mieten die andere. „Grundstückspreise in Mainz sind hoch. Da ist es schwer, günstigen Wohnraum zu schaffen“, sagt Griem. Durch die doppelten Abiturjahrgänge wird die Wohnungsnot noch größer – jenseits wie diesseits des Rheins.

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