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Neutorschule Künstler und Designer wollen in Neutorschule

Eine neue Initiative kämpft um eine alternative Nutzung der Neutorschule. Land und Stadt beraten Ende des Monats.

21.06.2012 22:29
Andrea Wagenknecht

Eine neue Initiative kämpft um eine alternative Nutzung der Neutorschule. Land und Stadt beraten Ende des Monats.

Seit rund einem Jahr steht die denkmalgeschützte Neutorschule am Südbahnhof leer. Der Gebäudekomplex in der Altstadt sollte eigentlich im Zuge der Gesamtplanung für das neue archäologische Zentrum abgerissen werden, hieß es damals von Stadt und Land.

Unter lautem Protest zogen die letzten Initiativen, etwa das Mainzer Volkstheater, aus den Räumen der ehemaligen Schule aus. Da sich aus finanziellen Gründen nicht nur der Baubeginn verzögert, sondern das Zentrum auch kleiner als geplant werden soll (siehe Kasten) und darüber hinaus eine Bürgerinitiative massiv für den Erhalt der Schule gekämpft hat, bleibt das Gebäude nun stehen.

Für Freitag, 29. Juni, haben Stadt und Land einen runden Tisch einberufen, bei dem über die künftige Nutzung der ehemaligen Reformschule verhandelt wird. Eingeladen sind Denkmalpfleger, Architekten und der Gestaltungsbeirat der Stadt.

Gleichzeitig haben sich jetzt Mainzer Kulturschaffende zu einer Initiative zusammengeschlossen, die dafür kämpft, dass die Räume von Kulturprojekten genutzt werden können. Dabei sind unter anderem Vertreter von Peng, Atelier Zukunft und Haus Mainusch.

Initiiert wurde die Bewegung von David Häußer – der Mainzer Student betreibt mit Mitstreitern das Online-Magazin Ficko (www.ficko-magazin.de). Er hat über soziale Netzwerke wie Facebook (www.facebook.com/newschool.mainz) getrommelt und mittlerweile knapp 200 digitale Fans für sein Projekt gewonnen.

Beim zweiten Treffen im Pengland (Martinsstraße 11) kamen erneut rund 50 Interessierte zusammen, die sich jetzt als Initiative formieren. Ein passender Namen plus Logo wird derzeit gesucht. Häuser steht bereits im Dialog mit der Stadt, am 6. Juli soll es auch ein Treffen mit Oberbürgermeister Michael Ebling geben.

Angetrieben werden die Aktivisten von der Raumnot vieler freier Kulturinitiativen. So kann der Peng-Verein den ehemaligen Brauereikeller in der Martinsstraße nur als Zwischendomizil nutzen. Das Atelier Zukunft, früher in der Binger Straße, steht komplett auf der Straße. Der Mietvertrag des Hauses Mainusch, unabhängiges Kommunikationszentrum auf dem Uni Campus, wurde nach eigenen Angaben von der Uni zum Jahresende gekündigt.

Die Neutorschule wurde zwischen 1924 und 1926 erbaut. Nachdem der Schulbetrieb 1989 eingestellt wurde, zogen auf Initiative des damaligen Kulturdezernenten Künstler und Kulturschaffende ein. Fünf Jahre wurde die Schule als eine Art Kulturzentrum genutzt. Danach stand sie zum Beispiel auch der Volkshochschule oder dem Literaturbüro zur Verfügung. Bis Ende 2010 wurden von der Stadt alle noch laufenden Mietverträge gekündigt.

Das nächste Treffen der neuen Initiative steht allen Interessierten offen. Es ist am Freitag, 29. Juni, 18 Uhr im Peng.

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