Lade Inhalte...

Mainz Literatur Preis für Balkan-Familiensaga

Die 31 Jahre alte Schriftstellerin Andelka Krizanovic erhält den Literaturförderpreis der Stadt Mainz. Sie erhält die Auszeichnung für eine Familien-Saga, die auf dem Balkan spielt.

07.11.2013 10:37
Claudia Bathe
Andelka Krizanovic. Foto: Michael Bellaire

Unterhaltsam und humorvoll waren alle drei Wettbewerbstexte. Über den Literaturförderpreis der Stadt Mainz in Höhe von 2500 Euro konnte sich am Ende Andelka Krizanovic freuen. Die Stadt Mainz schreibt den Preis alle zwei Jahre für junge Autoren aus, die einen Bezug zur Stadt haben. Rund 40 Kandidaten hatten sich beworben. Drei wurden von einer Vorjury ausgewählt und durften ihre Texte bei der Preisverleihung im Drusus-Saal der Zitadelle öffentlich lesen. Die Jury bestand aus drei Juroren und dem Publikum.

Die 31-jährige Krizanovic hat gerade ihre Promotion an der Universität Mainz zum Thema Migrantenliteratur abgeschlossen. 1992 kam sie als Bürgerkriegsflüchtling vom Balkan mit ihren Eltern nach Deutschland. Auch ihr eingereichter Text, „Nicht so weit von Bethlehem“ spielt auf dem Balkan und soll zu einer Familiensaga ausgebaut werden.

Situationskomik, intensive Bilder

Ein Ich-Erzähler schildert die Geschehnisse rund um die Geburt seiner Mutter, die in den kommunistischen 50er-Jahren in einem verschneiten und abgelegenen Dorf unter widrigen Umständen zur Welt kommt. Auf einem Pferdewagen muss Bauer Kolak seine hochschwangere Frau ins Krankenhaus bringen.

Sprachlich war es der ausgefeilteste Beitrag an diesem Abend, mit Situationskomik und intensiven Bildern. Bei Finalist Matthias Boosch spielt die Handlung in Lettland aus der Perspektive eines deutschen Besuchers. Viel von dem, was er beschreibt, dürfte Boosch aus eigener Anschauung kennen, hat er doch einig Monate hier gelebt. Das ist seinen genauen und atmosphärischen Schilderungen anzumerken.

Boosch wählt die Perspektive eines Ich-Erzählers. Für seinen Text bekommt Boosch am Ende die Stimme des Publikums. Planvoll geht Hauptfigur Hanna in Lena Hachs Wettbewerbstext vor. Sie entschließt sich, eine Schwangerschaft vorzutäuschen. Einfach, um etwas mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit von ihren Kollegen und ihrer Umgebung zu erhalten. Jurorin und Kulturdezernentin Marianne Grosse gab diesem Text ihre Stimme.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen