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Mainz Industrie Stadtwerke kaufen IBM-Areal

Jahrelang gab es Ärger um das Gelände an der Hechtsheimer Straße. Jetzt übernehmen die Stadtwerke die 30-Hektar-Fläche.

Oberbürgermeister Michael Ebling (links) und der Vorstand der Stadtwerke, Detlev Höhne (rechts), vor dem ehemaligen IBM-Gelände.

Das einstige IBM-Gelände an der Hechtsheimer Straße gehört jetzt den Stadtwerken. Sie haben eine Zwangsversteigerung angestrengt und die 30 Hektar vom insolventen Voreigentümer gekauft, um sie zu entwickeln, erklärt Vorstand Detlev Höhne. Seit IBM im Jahre 2003 auszog, sei die Geschichte des Areals ein einziges Hängen und Würgen gewesen, erinnert sich Wolfgang Lust, Chef der CEO LTi-Unternehmensgruppe, zu der die seit 2005 auf dem Gelände ansässige Sensitec GmbH gehört. „Es gab sechs oder sieben Vorbesitzer. Jetzt sind wir froh, dass wir mit den Stadtwerken den ersten seriösen Eigentümer als Vermieter haben.“

Es muss investiert werden

Bekannt wurde der Wechsel gestern bei der „Sommertour“ von Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Mit Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) stattete er der Hightech-Schmiede für Sensoren in Auto-, Medizin-, Luft- und Raumfahrt- und Energietechnik einen Besuch ab. „Wir haben das Areal nicht aus strategischen Gründen erworben“, erklärt Stadtwerke-Vorstand Höhne. „Auch wir hatten Außenstände vom Voreigentümer.“

Jetzt geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme. Erinnert die Ex-IBM-Fläche derzeit fast an Konversionsflächen à la Layenhof. Viele Hallen und Fertigungsstätten stehen leer. Nur: Man kann eben nicht diese Gebäude abreißen und jene nicht, weil alle mit Versorgungsleitungen zusammenhingen. Es müsse investiert werden, erklärt Firmenchef Lust. Wer hier nur kaufen und verkaufen wolle, sei falsch. Zudem würde durch geringste Vibrationen die hochsensible Produktion lahmgelegt. Gerne würde Sensitec noch Partner mit auf das Gelände nehmen. Allein schon wegen des teils nicht ausgelasteten Maschinenparks.

Kaum Bewegung ohne Bauteile aus Mainz

Und Sensitec wächst. 2011 verzeichnete der Spezialhersteller von Chips und Sensoren für komplexe Messungen einen Umsatz von 18 Millionen Euro bei 65 Mitarbeitern in Mainz und noch etwa genauso vielen am Stammsitz bei Gießen.

„Doch das hier ist das Herzstück unserer Produktion“, erklärt Geschäftsführer Rolf Slatter. „Es gibt kaum etwas, das sich bewegt, wo kein Bauteil aus Mainz drin steckt.“

Das 1999 gegründete Unternehmen zähle zu den „versteckten Meistern“, jenen Firmen, deren Produkte unauffällig seien, ohne die aber nichts geht. Kaum eine Windenergieanlage richte den Anstellwinkel ihrer Rotoren ohne Sensoren aus Mainz aus, kein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) arbeite in einem Audi, BMW oder Volkswagen ohne die mikrotechnologischen Helfer aus Mainz.

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