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Mainz Fluglärm Fluglärm belastet Firmen

In, um und über Mainz nimmt die Lärmbelastung durch den Flugverkehr zu. Nun denken schon Handwerksbetriebe über Wegzug nach.

01.09.2012 21:33
Kritik im Karneval: ein Motivwagen mit einem Michel, der samt Flugzeug über den Mainzer Dom herfällt. Foto: dapd

In, um und über Mainz nimmt die Lärmbelastung durch den Flugverkehr zu. Nun denken schon Handwerksbetriebe über Wegzug nach.

Der zunehmende Fluglärm in der Region schmiedet auch ungewöhnliche Allianzen: Ein Treffen der Mainzer Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (Grüne) mit der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen mündete jetzt in einer gemeinsamen Erklärung. Der einmütige Tenor: Der Lärm schadet mehr und mehr auch der Wirtschaft.

Kreishandwerkerschaft und die Abgeordnete äußern sich in der Erklärung „besorgt“ über den wachsenden Fluglärm in Rheinhessen. „Seit der Inbetriebnahme der Nordwestbahn am Frankfurter Flughafen im Oktober 2011 hat sich die Situation in der Region, in Mainz und dem Umland, drastisch verschlechtert“, heißt es darin. „Der Fluglärm in Rheinhessen wirkt sich negativ auf die hier ansässigen Unternehmen und ihre Beschäftigten aus.“

Übermüdete Mitarbeiter

„Unternehmen klagen darüber, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übermüdet und angespannt sind. Firmen überlegen daher, der Region den Rücken zu kehren. Eine Situation, die den Wirtschaftsstandort Rheinhessen extrem schwächt.“

Mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom 4. April sei klar, dass ein Nachtflugverbot in der Zeit von 23 bis 5 Uhr rechtmäßig ist. Diese Entscheidung begrüßen Abgeordnete und Kreishandwerkerschaft ausdrücklich. Die Diskussion sei jedoch damit nicht beendet, heißt es weiter: „Es ist notwendig, über weitere Maßnahmen, wie eine Erweiterung des Nachtflugverbotes auf die Zeit von 22 bis 6 Uhr, veränderte An- und Abflugverfahren und höhere Gebühren für lautere Flugzeuge zu sprechen.“ Ein Miteinander zwischen Region und Flughafen könne es nur dann geben, wenn der Schutz der Bevölkerung in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Bundesrepublik mit Priorität behandelt werde.

Bundeseinheitliche Regelung

Auch künftig wollen sich die Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen und Tabea Rößner „für eine bessere Lebensqualität in Rheinhessen stark machen. Hierzu setzt sich Rößner auf Bundesebene dafür ein, dass es eine bundeseinheitliche Regelung für ein Nachtflugverbot gibt.

Gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen und Verbänden werde die Kreishandwerkerschaft das Thema weiterhin auf die Tagesordnung setzen und Verbündete finden, um die Interessen der Wirtschaft und ihrer Beschäftigten aus der Region gegenüber dem Flughafenbetreiber deutlich zu machen, kündigen Geschäftsführer Karl-Ludwig Krauter und der Kreishandwerksmeister Felix Harth an. (jok.)

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