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Giordano-Bruno-Stiftung Aufruf zum Kirchenaustritt

Aktion der Giordano-Bruno-Stiftung sorgt am Gründonnerstag für heftige Debatten

Wer ist Pressevertreter, wer ist schon gottlos, wer will es werden und wer gehört zur Jungen Union, die per Flugblatt und leidenschaftlicher Diskussion den Verbleib in der Kirche preist?

Das ist am Gründonnerstagmorgen vor dem Standesamt im Stadthaus nicht so ganz ersichtlich. Eine bunter Haufen Kirchenkritiker mit Hasenohren ruft dazu auf, zum österlichen „Hasenfest“ aus der Kirche auszutreten. Schoko-Osterhasen und aufblasbare Bugs Bunnys zieren den Amtsbau. Hinter der Aktion steckt die Ortsgruppe Mainz-Rheinhessen der kirchenkritischen Giordano-Bruno-Stiftung sowie ein Online-Magazin.

Mit Applaus, einem Sekt und Oblaten-Resten wird jeder begrüßt, der seiner christlichen Konfession amtlich den Rücken gekehrt hat. 20,45 Euro Gebühr kostet die Amtshandlung gegen Vorlage des Personalausweises. In „datengeschütztem Umfeld“ wird eine Niederschrift angefertigt, die dem Austrittswilligen vorgelesen wird. „Wir wissen ja nicht, wieviele kommen und bieten das in vier Zimmern an, damit unsere normalen Abläufe nicht gestört werden. Wir haben ja auch Eheschließungen“, erklärt Sibylle Hanspach, Leiterin des Standesamts.

Einige Mitglieder der Jungen Union erscheinen derweil zur Gegendemo und verteilen Flugblätter mit der Überschrift „Für eine starke Kirche in der Mitte unserer Gesellschaft“. Dort werden die Leistungen der Kirche aufgezählt: Kindertagesstätten, Schulen, Krankenhäuser, Altenheime, Hospize, Behinderteneinrichtungen, Notfallseelsorge, Ehe- und Familienberatung. „Daher halten wir die Aktion ,Austritt zum Hasenfest' für eine unaufgeklärte und undifferenzierte Auseinandersetzung mit Religion und Kirche.“

Eben nicht, erwidern die Kirchengegner: Die Kirche habe in einem demokratischen System der Trennung von Kirche und Staat immer noch viel zu viel zu melden. „Da sitzen Leute in Rundfunkräten und Ethikkommissionen, die Pädophile schützen“, wettert Austritts-Mitorganisator David Häuser. Am späten Vormittag ist der Spuk schließlich vorbei und 13 Menschen sind aus der Kirche ausgetreten.

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