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Betriebliche Kita Mainz Firmen wollen Kita gründen

Betriebliche Kitas sollen in Mainz Realität werden. Der Mainz Verband wirbt für das Projekt „Elternhaus“ und sucht mittelständische Unternehmen, die sich mitmachen.

23.01.2013 21:30
Von Andrea Wagenknecht
Arbeiten, während die Kinder in der Nähe gut untergebracht sind: Mainz will betriebliche Kitas einrichten. Foto: dpa

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll in den mittelständischen Unternehmen in Mainz verbessert werden. Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft Rheinhessen (BVMW) hat das Projekt „Elternhaus“ ins Leben gerufen und sucht derzeit dringend mittelständische Unternehmen, die mitmachen wollen.

Hinter dem Arbeitstitel „Elternhaus“ verbirgt sich die Idee zu einer betrieblichen Kindertagesstätte, die von den Unternehmen finanziert und in Eigenregie getragen wird. Derzeit haben sechs Unternehmen ihre Teilnahme zugesagt, 14 weitere werden gesucht.

Erstes Konzept

Mit dabei sind unter anderem die Commerzbank, Werner und Mertz, Sanitätshaus Fronhäuser und der Verpackungsservice Kuhn.

„Wir haben bereits ein erstes Modell in der Schublade liegen“, berichtet Hans-Jürgen Volz vom BVMW. „Sobald wir genügend Firmen zusammen haben, können wir eine geeignete Liegenschaft in Mainz suchen“, kündigt er an.

Zu dem Konzept der Kita gehört unter anderem der arbeitsplatznahe Standort, flexible Betreuungs- und Schließungszeiten und ein hochwertiges pädagogisches Angebot.

Auch kleine Firmen, die sich am „Elternhaus“ nur gering finanziell beteiligen wollen beziehungsweise können, sind dringend aufgefordert, mitzumachen.

Commerzbank an Bord

Volz und seine Mitstreiter rühren derzeit kräftig die Werbetrommel, um Unternehmer und Personalchefs zu überzeugen, dass sich eine betriebliche Kinderbetreuung lohnt. Ein wichtiger Mitstreiter ist die Commerzbank, die bereits seit den 90er Jahren an ihrem Konzept zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie feilt.

Die Bank hatte mit dem BVMW Unternehmer zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Barbara David von der Commerzbank kann dann auch handfeste Zahlen liefern, dass sich die Investition in eine betriebliche Kinderbetreuung lohnt: So arbeitet die Commerzbank an 21 Standorten mit einem privaten Familiendienstleister zusammen, der für die Commerzbank-Angestellten, die Kinder haben, eine Ausnahmebetreuung organisiert, wenn etwa die Tagesmutter krank wird.

Vorteil auch für Kinderlose

Rund die Hälfte der Eltern wären in so einem Fall nicht zur Arbeit gekommen, hätte es dieses Angebot nicht gegeben. Der Ausfall der Arbeitszeit hätte die Bank 350.000 Euro gekostet, die Betreuung kostet 210.000 Euro. David: „Es geht dabei nicht nur um die verminderten Kosten von 140.000 Euro, sondern um Faktoren wie Motivation, weniger Stress und besseres Betriebsklima.“

Denn laut einer Mitarbeiterumfrage der Commerzbank schätzen auch die kinderlosen Kollegen solch ein Betreuungsangebot. Denn so müssen sie weniger oft für Eltern, die fehlen, einspringen.

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