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Autobahn A 643 Sechs Spuren sind Gesetz

Ein Spitzenbeamter aus Berlin wundert sich über die Pläne der rheinland-pfälzischen Landesregierung zum Ausbau der Autobahn A643. Die favorisiert einen „sanften“ Ausbau: zwei Spuren plus je ein zu den Stoßzeiten freigegebener Standstreifen – die „Vier-plus-zwei“-Variante.

Die A 643 durch Mainzer Sand und Lennebergwald kann nur sechsspurig plus je zwei Standstreifen ausgebaut werden. Diese klare Ansage machte gestern Jan Mücke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung an die Adresse der rheinland-pfälzischen Landesregierung.

Die Mainzer FDP hatte ihren hochrangigen Parteifreund zum Ortstermin auf die Brücke über die A 643 an der Vierzehn-Nothelfer-Kapelle geladen. „Ich wundere mich, dass die rot-grüne Landesregierung jetzt versucht, einen anderen Weg zu gehen“, so der Mann aus Berlin. Und dies wundere ihn umso mehr, weil es die rot-grüne Bundesregierung gewesen sei, die 2003 den Bundesverkehrswegeplan mit dem sechsspurigen Ausbau als Grundlage beschlossen hatte. „Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie sich an Planungsgesetze hält und sind zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung kommen.“

Das Mainzer Kabinett favorisiert einen „sanften“ Ausbau: zwei Spuren plus je ein zu den Stoßzeiten freigegebener Standstreifen – die „Vier-plus-zwei“-Variante. „Zeitweise befahrbare Standstreifen sind immer nur ein Hilfsmittel“, so der Staatssekretär mit FDP-Parteibuch. Es könne zudem nicht sein, dass eine neue Schiersteiner Bücke sechsspurig werde und die linksrheinische Anschlussautobahn ein vierstreifiger „Flaschenhals“ bleibe.

Landesregierung soll tragfähiges Konzept einreichen

Gegen „Vier-plus-zwei“ sprächen allein schon die Verkehrsprognosen bis zum Jahr 2025: Demnach werden aus den heutigen 80 000 Fahrzeugen täglich zwischen Dreieck Mainz und Schiersteiner Kreuz 100 000 werden. Und der Güterverkehr werde bis dahin auch um 70 Prozent zunehmen. Außerdem: Anspruch auf Lärmschutz gebe es nur bei einem echten, sprich sechsspurigen Ausbau. Und „Vier-plus-zwei“ sei eben kein echter Ausbau.

Bereits Mitte Dezember habe das Bundesverkehrsministerium die Mainzer Landesregierung angeschrieben und aufgefordert, im Rahmen der Auftragsplanung vom Bund an das Land ein tragfähiges Konzept vorzulegen, das die Gesetzesvorgabe umsetzt, erklärte Mücke. „Bislang haben wir noch keine Antwort.“

Die Mainzer FDP will mit dem sechsspurigen Ausbau nicht nur den alltäglichen Stau entschärfen, sondern auch angemessenen, vom Bund finanzierten Lärmschutz erreichen und somit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Und so viel Fläche werde gar nicht verbraucht wenn man etwa den mit gut drei Metern üppig breiten Mittelstreifen verschmälere. 3000 Quadratmeter Fläche müssten dem Mainzer Sand, 4000 dem Lennebergwald für die Verbreiterung abgegraben werden, haben die Liberalen ausgerechnet. Und der geplante Standstreifen, der zu Stoßzeiten befahren werden könne, habe auch seine Tücken. Er sei ohnehin nicht realisierbar, weil der Standstreifen von den Ab- und Auffahrten nach Gonsenheim und zur A 60 ständig unterbrochen werde.

Das dürfe allein schon aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht sein.

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