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Alte Patrone Kulturort wird zur Kita

Der Umbau der Alten Patrone in eine Kindertagesstätte geht rasch voran. Nach und nach zieht junges Leben in die Räume ein.

04.01.2013 09:49
Claudia Renner

Wer die Alte Patrone auf dem Hartenberg von Festen, Kulturveranstaltungen und Restaurantbesuchen in Erinnerung hat, wird sie heute kaum wiedererkennen: Mit dem neuen städtischen Kindergarten zieht nach und nach junges Leben in die Räume ein. Derzeit läuft die Eingewöhnungsphase für die ersten zehn von insgesamt 45 ein- bis sechsjährigen Kindern in drei Gruppen.

„Erdbeere“, „Blaubeere“ und „Kiwi“ heißen die drei Kita-Gruppen, die im ehemaligen Theatersaal und im Restaurant ihr Domizil haben – ein moderne, lichtdurchflutete Kita, die dennoch das Flair historischer Gebäude atmet. Weitere zwei Gruppen werden noch hinzukommen, denn die benachbarte Remise wird von Februar bis Ende Mai ebenfalls umgebaut.

Die stadtnahe Wohnbau als Eigentümerin des in den 1980er Jahren modernisierten historischen Munitionsdepots bewältigt den kitagerechten Umbau jeweils innerhalb weniger Monate, wie Jugend- und Sozialdezernent Kurt Merkator (SPD) am Mittwoch beim Besichtigungstermin lobte. Die Gesamtbaukosten sind mit rund einer Million Euro veranschlagt, für die Kita-Küche schießt die Stadt 45.000 Euro zu. Es wird die achte Kita sein, die die Stadt von der Wohnbau anmietet – zu einem Preis, „der weder uns noch der Wohnbau schadet“, so Merkator.

Prinzip Haus im Haus

Der rund 100 Quadratmeter große Gastronomiesaal ist zur Spiel- und Bewegungshalle geworden. Der Wintergarten ist in Kita-Leitungsbüro, Elternsprechzimmer und ein Atelier für kreative Betätigung unterteilt worden. Als besonders gelungen bezeichnete Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Will die Umgestaltung des Theatersaals. Nach dem Prinzip des „Hauses im Haus“ wurden Gruppen- und Gemeinschaftsräume per Holzkonstruktion in den Saal eingebaut, die überhohe Decke auf normales Raummaß abgehängt – alles rücknehmbar, falls die Zukunft der Alten Patrone noch mal eine andere Nutzung bescheren sollte. Dass sie auf absehbare Zeit dem Mainzer Nachwuchs dienen soll, war seine „spontane Idee“, erzählte Merkator, der auch dem Aufsichtsrat der Wohnbau vorsteht.

Theatersaal und Restaurant standen nach Auslaufen des Pachtvertrags 2011 leer. Der frühere Pächter, der Grünen-Politiker Günter Beck, übergab 2010 nach seiner Wahl zum Finanzdezernenten das Geschäft an seinen Sohn Max. Dieser behielt bis Ende 2012 nur noch die Remise. Wenn auch sie bis zum Sommer in eine Kita umgewandelt ist, „ist der Betreuungsbedarf in Hartenberg-Münchfeld gedeckt“, sagte Merkator.

Mit dem Rechtsanspruch auch für die Einjährigen ab 1. August 2013 schnellt die Zahl der berechtigten kleinen Mainzer von 6450 auf 7000. Bis 2014 steigt sie auf mehr als 7400. Die Stadt rechnet damit, dass 60 Prozent der Einjährigen tatsächlich außer Haus betreut werden sollen.

Das Personal für den Kita-Zubau zu bekommen, sei bislang kein Problem, erklärt Gabriele Fleck vom Jugendamt. Gerade neue Kitas böten attraktive Arbeitsplätze. Allerdings schreckten die hohen Mainzer Mieten vor allem Bewerber aus den ostdeutschen Ländern ab.

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