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Windkraft Nur Grüne wollen weiter Windräder bauen

Hofheim hat sich gegen ein Windvorranggebiet entschieden. Die Grünen jedoch wollen weiter für erneuerbare Energie kämpfen.

Windrad
Hofheim hat sich gegen Windkraft ausgesprochen. Foto: imago

In der Hofheimer Stadtverordnetenversammlung konnten sich die Grünen mit ihrem Ja zur Windkraft vor kurzem nicht durchsetzen. Eine breite Mehrheit aus CDU, SPD, Freien Wählern und FDP stimmte dort Ende Mai gegen die Windvorranggebiete, die der Teilpan Erneuerbare Energien im Entwurf zum regionalen Flächennutzungsplan in Langenhain und Wildsachsen vorsieht. Das Votum kam wohl auch unter dem Eindruck von mehr als 1800 Protestunterschriften zustande, die die kurzfristig gegründete Initiative Gegenwind binnen weniger Wochen gesammelt hatte.

Die Akzeptanz für den Ausbau der Windkraft sei in Hofheim offenbar nicht gegeben, eine Mehrheit der Bürger dagegen, argumentiert die Stadt nun ihrer Stellungnahme, die an den Regionalverband abgeschickt wurde.

CDU und SPD, die auf Landesebene die Ausweisung von zwei Prozent der Fläche Hessens für Windkraftanlagen befürworten, hätten sich in Hofheim hinter ihren neuen Kooperationspartnern FDP und FWG versteckt, kritisierte gestern der Fraktionsvorsitzende der Hofheimer Grünen, Daniel Philipp. Dabei sei vor drei Jahren ein ganz anderer Beschluss im Parlament der Main-Taunus-Kreisstadt gefallen. Damals hätte sich eine breite Mehrheit für die Windvorranggebiete in den beiden westlichen Stadtteilen von Hofheim ausgesprochen, allen voran CDU und SPD. Die Planer seien daraufhin auf die Wünsche der Kommune eingegangen und hätten die Flächen für Windkraftanlagen verkleinert. Nun eine Kehrtwende zu machen und alles abzulehnen, sei unredlich.

Kritik üben die Hofheimer Grünen auch an der Initiative Gegenwind. Diese habe mit einer Animation, auf der die Windräder übertrieben groß dargestellt waren, Ängste geschürt. Dass ein Kommunalpolitiker den Bürgern vorrechnete, dass auf 90 Hektar potenzieller Fläche in der Kreisstadt bis zu 90 Windräder gebaut werden könnten, sei ebenso falsch. Höchstens neun Anlagen seien dort möglich, ist Daniel Philipp überzeugt.

Auch in den eigenen Reihen habe es heftige Diskussion zu dem Thema gegeben, räumte der Grünen-Fraktionschef gestern ein. Am Ende unterstützten die Hofheimer Grünen aber die Position der Landespartei, zwei Prozent der Fläche Hessens als Windvorranggebiete auszuweisen, um damit bis 2050 den Verzicht auf fossile Brennstoffe und Atomenergie möglich zu machen. Die 1000 Windräder, die in letzter Zeit gebaut worden seien, könnten 1,8 Millionen Haushalte mit Strom versorgen, rechnete die energiepolitische Sprecherin und parlamentarische Geschäftsführerin der hessischen Grünen, Angela Dorn, vor, die zum Pressegespräch nach Hofheim gekommen war. Keineswegs lehne eine Mehrheit der Bevölkerung Windkraft ab. Dort, wo bereits Windräder stünden, sei die Zustimmung sogar größer als andernorts.

Die Hofheimer Grünen wollen sich deshalb weiterhin für einen Gesinnungswandel in der Kreisstadt einsetzen. „Wir werden Infoabende organisieren, um die Menschen vor Ort zu überzeugen“, sagte Philipp. In Hofheim würden nur zwei Prozent des verbrauchten Stromes lokal aus regenerativen Energien erzeugt, landesweit seien es 30 Prozent. „Das muss sich ändern.“

Dass die politische Stellungnahme der Stadt Hofheim das Regionalparlament überzeugt, kann sich Philipp nicht vorstellen. Allerdings können Windräder in Langenhain und Wild-sachsen, selbst wenn Windvorranggebiete ausgewiesen sind, nicht einfach gebaut werden. Die Stadt besitzt zwei Drittel der dafür vorgesehenen Flächen. Die Kommune werde den Bau von Windkraftanlagen dort nicht zuzulassen, heißt es in der Stellungnahme. „Wir werden alles dafür tun, dass das Parlament seine Meinung ändert und dem Bau von Windrädern doch zustimmt“, kündigte Philipp an.

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