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Weinlese 2013 Wenig Masse, viel Klasse

Die Winzer aus Hochheim und Flörsheim freuen sich über einen Medaillenregen. Wie überall fällt auch im Main-Taunus-Kreis der Eiswein 2013 komplett aus - das Wetter ist schuld.

Winzerehrung im Hofheimer Landratsamt. Foto: Renate Hoyer

Gold und Silbermedaillen gab es zuhauf – mehr als die deutschen Sportler bei den Olympischen Spielen in Sotschi geholt hatten. Für Landrat Michael Cyriax (CDU) ein willkommener Anlass, die Winzer aus Hochheim und Flörsheim zu einer Feierstunde ins Landratsamt einzuladen. 24 Weingüter aus dem Main-Taunus-Kreis waren bei der Hessischen Landeswein- und Sektprämierung im Kloster Eberbach für ihre edlen Tropfen ausgezeichnet worden. Insgesamt bekamen die Main-Taunus-Winzer für den 2012er Jahrgang 154 Goldmedaillen, 64 Silbermedaillen und 19 Bronzemedaillen.

Damit möglichst viele Kunden und auch Touristen erfahren, wie hoch die Qualität der Flörsheimer und Hochheimer Weine ist, will der Landrat über neue Möglichkeiten der Vermarktung nachdenken. Ein wenig bedauert Cyriax, dass nicht auf jeder Weinkarte in den Gastwirtschaften des Main-Taunus-Kreises der heimische Riesling im Glas funkelt: Hier könnten sich Winzer und Gastronomen noch besser vernetzen. Ein großer Gewinn sei jedoch der Weinerlebnisweg Oberer Rheingau, auf dem man an vierzig Stationen Wissenswertes rund um den Wein erfahre, so Cyriax.

Vor zwei Jahren wurde die Route, die von Wicker über Hochheim bis Kostheim führt, von den Winzern der drei Kommunen eingerichtet. Am 14. und 15. Juni wird es hier wieder ein Weinfest geben, mit vielen Weinständen, Planwagen-Fahrten, einem Kinderprogramm und Führungen durch das Hochheimer Weinbaumuseum.

Rund 3000 Besucher wünschen sich die Winzer, damit am Ende auch die Kasse stimmt. Für die Zukunft hätten sie gerne zum Wein noch Kunst und Musik: Die eine oder andere Skulptur könnte den Weg attraktiver machen, das Rheingau-Festival solle mehr einbezogen werden.

Größter Feind ist derzeit „Esca“

Auch der 2013er Jahrgang, den es vereinzelt schon zu kaufen gibt, ist sehr gut. „Wenig Masse, viel Klasse“ – so bilanzieren die Winzer den Ertrag aus dem letzten Jahr. Ursache für die bescheidene Ausbeute war das wechselhafte Wetter. Der Eiswein fiel komplett aus – nicht nur im Rheingau, sondern überall in Deutschland. Die zwei bis drei Tage, an denen die Temperatur für den edlen Tropfen bei minus 7 Grad oder darunter liegen musste, gab es im Herbst letzten Jahres nicht.

Setzte 2013 die Blüte der Reben durch den langen Winter verzögert ein, so macht derzeit eher das Gegenteil den Winzern Sorgen: Die Vegetation ist bis zu vier Wochen weiter als üblich. Wenn Anfang April schon die „Augen“ der Reben austreiben, könnte die diesjährige Weinlese bereits im August beginnen, sagt der Vorsitzende des Wickerer Winzerverbandes, Wilhelm Hück. Dann bestehe die Gefahr, dass die Rebstöcke eventuell ein zweites Mal im Herbst austreiben. Das könnte die Pflanze schwächen und sie anfälliger für Pilzinfektionen machen. Größter Feind ist derzeit „Esca“, ein Krankheit, die die Saftbahnen der Rebstöcke blockiert. Etwa fünf Prozent der Weinstöcke im Rheingau sind von ihr befallen.

Jetzt im Frühjahr droht noch ein weiterer Gegner dem Wein zu schaden: Raben- und Saatkrähen setzen sich bei der Nahrungssuche im Weinberg auf die Spalierdrähte und bringen sie in Schwingung. Dabei können die frischen Triebe der Rebstöcke abbrechen. Die Winzer haben Wächter engagiert, die die Vögel mit Schreckschüssen vertreiben. Landrat Cyriax hat die Genehmigung für die Aktion erteilt – dem Spitzenwein 2014 zuliebe.

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