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Wahl in Flörsheim Flörsheim wählt einen Bürgermeister

Vier Fraktionen unterstützen bei der Bürgermeisterwahl in Flörsheim (Main-Taunus-Kreis) CDU-Mann Bernd Blisch gegen Amtsinhaber Michael Antenbrink (SPD).

Bügermeisterwahl in Flörsheim
Stau auf der Flörsheimer Hauptstraße: Über das Thema Verkehr wurde im Bürgermeisterwahlkampf viel diskutiert. Foto: Renate Hoyer

Die FR berichtet im Liveticker über die Bürgermeisterwahl in Flörsheim.

Fast ein halbes Jahrhundert lang war das katholische Flörsheim fest in CDU-Hand. Kandidaten anderer Parteien waren bei Wahlen stets chancenlos. 

Dann kam die Bürgermeisterwahl 2006 – und der unerwartete Sieg eines Sozialdemokraten. Offenbar trauten die Flörsheimer Michael Antenbrink, der sich in der Nachbarstadt Hattersheim bereits kommunalpolitisch engagiert hatte, eher zu, ihre Stadtverwaltung zu führen, als der völlig unbekannten Oberstudienrätin Angelika Doetsch aus Baden-Württemberg. Die Christdemokraten hatten sie als Nachfolgerin von Ulrich Krebs ins Rennen geschickt, der das Flörsheimer Bürgermeisteramt aufgegeben hatte, um Landrat des Hochtaunuskreises zu werden.

Antenbrinks Wahlsieg markierte eine Wende in der politischen Landschaft Flörsheims. Die Vormachtstellung der CDU begann zu bröckeln. Zunächst machte noch eine schwarz-gelbe Koalition dem ungeliebten roten Bürgermeister das Leben im Parlament schwer. Doch 2011 verloren die bürgerlichen Parteien stark an Stimmen, SPD und Grüne Alternative Liste Flörsheim (Galf) waren im Aufwind und fanden sich nach längeren Verhandlungen zu einer Koalition zusammen. In Sven Heß stellt die Galf seither den Ersten Stadtrat und Kämmerer.

Den Sozialdemokraten und ihrem Bürgermeister tat das rot-grüne Bündnis gut. Michael Antenbrink gewann 2012 die Wahl für eine zweite Amtszeit als Verwaltungschef. Bei den Kommunalwahlen 2016 zog die SPD gar an der CDU vorbei und wurde stärkste Fraktion. Die Grünen hingegen büßten Stimmen ein. Sie beklagten sich über Antenbrinks „herrisches Machtgehabe“ und kündigten die Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten kurz nach der Wahl auf. 

Seither steht dem Wahlgewinner SPD ein Viererbündnis aus CDU, Galf, FDP und Freien Bürgern gegenüber, das ein Ziel eint: Antenbrinks Wiederwahl zu verhindern und einen eigenen Kandidaten zum Chef im Rathaus zu machen. Der Mann, auf den sich die vier Fraktionen einigten, heißt Bernd Blisch und ist CDU-Mitglied. Der ehemalige Leiter des Flörsheimer Kulturamtes tritt als unabhängiger Kandidat an. Und er ist damit nicht der einzige. Auch Markus Ochs, bis 2013 Erster Stadtrat in Flörsheim, kandidiert als Unabhängiger, obwohl er ein CDU-Parteibuch hat. Gerüchte, die Christdemokraten wollten ihn aus der Partei ausschließen, weil er dem von ihnen gekürten Kandidaten Blisch Konkurrenz mache, bestätigten sich nicht. Ochs kandidiert allerdings ohne Rückhalt einer Partei. 

Amtsinhaber Michael Antenbrink will weitere sechs Jahre Bürgermeister in Flörsheim bleiben „weil es mir einfach Spaß macht“. Und er gibt sich betont siegessicher. Selbst mit der breiten Parlamentsmehrheit, die sich gegen ihn formiert hat, glaubt er, nach der Wahl zurechtzukommen zu können. 

In den vergangenen zwei Jahren hatten sich der Verwaltungschef und das Viererbündnis einen kommunalpolitischen Kleinkrieg geliefert. Es gab hitzige Debatten im Parlament – voller Polemik und mit Argumenten weit unter der Gürtellinie. Im Wahlkampf war davon kaum etwas zu merken. Die Fraktionen gaben sich betont zurückhaltend. Und die Kandidaten tauschten in Podiumsdiskussionen Argumente aus, waren sich bei den meisten Themen aber einig: Flörsheim brauche ein Stadtentwicklungskonzept, das Leitlinien liefert für dringend benötigte neue Wohngebiete. Das noch brachliegende Gewerbegebiet Richtung Keramag solle kleinteilig entwickelt werden, um nicht noch mehr Schwerlastverkehr in den Ort zu holen. Die Ortsumgehung Weilbach solle so bald wie möglich gebaut werden. Und die Stadt, in die trotz Fluglärm immer mehr Menschen ziehen, brauche weitere Kinderbetreuungsplätze. 

Dissens gibt es allenfalls bei den Finanzen. Während Amtsinhaber Antenbrink darauf verweist, dass der Haushalt 2018 ausgeglichen ist, werfen ihm seine Herausforderer vor, die Lage schönzureden. Markus Ochs kritisiert den Rathausneubau, der nur Geld gekostet habe. Bernd Blisch verlangt eine bessere Ansiedlungspolitik, um mehr Gewerbesteuer einzunehmen. 

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