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Taunus-CDU Facebook-Trashtalk über Nahles

Der Flörsheimer CDU-Chef Marcus Reif eckt im sozialen Netzwerk Facebook mit einem anzüglichen Witz über Andrea Nahles an.

31.08.2010 16:39
Barbara Helfrich
Marcus Reif Foto: CDU Flörsheim

Schon in der Schule werden Jugendliche eindringlich gewarnt: Lästere niemals online, gibt im Internet nicht zu viel Persönliches preis und schon gar keine intimen Gedanken.

An Marcus Reif, Mitte 30 und Flörsheimer CDU-Chef, sind diese Ratschläge offenbar vorbei gegangen. In Facebook ließ er dieser Tage seiner Fantasie freien Lauf: „Andrea Nahles ist schwanger. Das heißt, irgendjemand muss dann ja ... uuuhaaa. Kopfkino.“ Ein paar seiner Parteifreunde sprangen auf die anzügliche Spitze gegen die Generalsekretärin der Bundes-SPD prompt an: Natalie Ludwig, ebenfalls Mitglied der Flörsheimer CDU, postete: „Bist duuuu fieeeessss!!!! Hahaha.“ Und Jens Fleck, Vorsitzender der Jungen Union (JU) Main-Taunus kommentierte: „Das arme Kind.“ Auch Frederic Schneider, JU-Vorsitzender in Eschborn, machte mit beim virtuellen Tratsch über das Sexual- und Privatleben der sozialdemokratischen Spitzenpolitikerin, ebenso Fabian Seel, Stellvertretender JU-Vorsitzender im Hochtaunus-Kreis.

Inzwischen ist die Plauderei aus dem Netzt gelöscht. Bedauern über seinen Witz auf Herren-Stammtisch-Niveau äußert Marcus Reif im Gespräch mit der FR aber nicht: „Ich will dazu eigentlich gar nichts sagen.“ Er habe die Bemerkung über die Nahles-Schwangerschaft schließlich nicht im frei zugänglichen Bereich des sozialen Netzwerks veröffentlicht. Sie sei nur für Facebook-Nutzer zugänglich gewesen, die zu seinen virtuellen Freunden zählen: „Im privaten Umfeld darf man zynisch und satirisch sein“, findet Reif und räumt dann ein, dass Freundschaft in Facebook „ein weiter Begriff“ sei.

369 Personen stehen auf der Freundes-Liste des Flörsheimer CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzenden, keine kleine Runde also. Dazu gehörte auch Frank Laurent von der Flörsheimer Grünen Alternativen Liste (Galf). Der fand die Lästerei über Andrea Nahles nicht lustig: „Den politischen Gegner sachlich angreifen - okay. Wo bleibt aber der christliche Anspruch eines sich christlich schimpfenden Politikers bei solch abfälligen Äußerungen über den politischen Gegner?“, schrieb er in Facebook. Und er schickte das Online-Geplapper der CDU-Politiker an die Presse.

Der Flörsheimer CDU-Chef nimmt dem politischen Gegner diese gezielte Indiskretion im langsam anlaufenden Kommunalwahlkampf übel. Er hat Frank Laurent jetzt aus seinem Facebook-Freundeskreis verbannt.

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