Lade Inhalte...

Südring Hattersheim Paten für neue Mieter

Ein Wohnprojekt am Südring in Hattersheim bringt Generationen und Menschen verschiedener Nationen zusammen.

13.10.2009 00:10

Heike Gölz ist vor etwas mehr als einem Jahr von Niedersachsen nach Hattersheim gezogen. Gezielt hat sie den Südring 16 als neue Adresse gewählt. Es war nicht nur die "helle und freundliche" Wohnung, die sie auf Anhieb überzeugte. Gölz zeigte sich auch davon begeistert, dass es sich beim Südring 16 um kein "normales" Mietshaus handelt, sondern um ein gemeinschaftliches Wohnprojekt.

Verschiedene Generationen und Nationen leben unter einem Dach, pflegen Kontakte und unterstützen sich gegenseitig. "Ich kannte damals in Hattersheim niemanden, da kam mir das sehr gelegen", erzählt Gölz. Tatsächlich lernte sie schnell andere Mieter kennen, bekam Hilfe angeboten und half selbst anderen. Dorothee Jantz hört das gerne. Sie ist der Vorsitzende des Vereins "Neues Wohnen Hattersheim" (Newo), der dafür Sorge trägt, dass das Wohnprojekt gut funktioniert.

Dessen Geschichte umfasst Höhen ebenso wie Tiefen. Los ging alles 2001. Damals bot sich die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft als Bauträger für eine neue Form des Zusammenlebens an. Ab April 2002 trafen sich unter der Regie einer Planwerkstatt Bürger in vier Arbeitsgruppen. Im August 2002 fiel die Entscheidung, sich von der Planwerkstatt zu trennen. Die Bürger formierten sich nun zum Verein Newo, der direkt mit der Wohnungsbaugesellschaft kommunizierte.

Dieser Schritt erwies sich als richtig. Probleme blieben trotzdem nicht aus. Potenzielle Mieter sprangen ab, neue kamen hinzu. Beim zuständigen Architekturbüro hatte Newo ständig wechselnde Ansprechpartner. Dennoch wurde 2004 ein Haus eröffnet, das ziemlich genau den Vorstellungen seiner Mieter entsprach. Um Betriebskosten zu reduzieren, kümmerten sich diese selbst um die Hausanlage und den Gemeinschaftsraum, was auf Anhieb recht gut klappte. Das Gemeinschaftsgefühl musste dagegen erst wachsen. Ein intensives Miteinander ließ sich nicht auf Knopfdruck realisieren. Newo musste lernen - beispielsweise, dass es wichtig ist, neuen Mietern einen Paten zur Seite zu stellen.

Für Jantz hat das Zusammenleben mit viele Generationen und Nationen bis heute nichts an Attraktivität verloren - im Gegenteil. Aktuell wohnen im Südring16 Deutsche, Türken, Afghanen, Thailänder, Marokkaner und Kasachen. Sheima Bascharyar ist 2004 mit ihrem Mann und ihren Kindern eingezogen. "Von Jahr zu Jahr bekommen wir mehr Kontakte", freut sie sich.

Gemeinsam feiern

Die afghanische Familie hat schon immer auf gute nachbarschaftliche Beziehungen Wert gelegt. Das Wohnprojekt ist für sie nun eine Chance, die eigenen Nachbarn noch intensiver kennenzulernen. Positiv bewertet Bascharyar die gemeinsamen Feiern an Ostern und Weihnachten, welche die Hausgemeinschaft festigen.

Dass solche Initiativen gewünscht sind, zeige die Bitte vieler Bewohner, doch künftig auch jährlich ein Sommerfest zu organisieren. Bascharyar freut sich auch über die Hilfsbereitschaft der Mieter untereinander. Wann immer sie bei irgendetwas Hilfe braucht, sei jemand da. (kpr)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum