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Stadtmuseum Hattersheim Geschichtsverein macht Dampf

Seit Jahren schwelt in Hattersheim die Diskussion über ein Stadtmuseum. Der Geschichtsverein drängt jetzt auf eine Lösung. Von Gesa Fritz

12.12.2009 00:12
Gesa Fritz
Willi Britsch ist Vorsitzender des Geschichtsvereins Hattersheim. Foto: FR/Hoyer

Wilhelm Britsch träumt von einem echten Publikumsmagnet für Hattersheim. Der Vorsitzende des Hattersheimer Geschichtsvereins will ein modernes Museum aufbauen. Ein Haus, das mit den klassischen Heimatstuben, wie sie viele Städte unterhalten, nichts gemein hat. Vor allem mit dem klangvollen Namen Sarotti und den geschichtsträchtigen Funden aus der Keltenzeit sollen Besucher aus der weiteren Umgebung angelockt werden.

Natürlich soll das Museum interaktiv sein, es soll eine Experimentierwerkstatt, Raum für Sonderausstellungen, Kinderführungen, ein Bistro und einen Museums-Shop geben. Als Krönung könnte um das Gebäude herum die 60 Jahre alte Betriebslok der ehemaligen Phrix Papier- und Zellulosefabrik auf vereinseigenen Gleisen ihre Kreise ziehen.

Britschs Träume fußen auf einem ganz konkreten Konzept, das der rund 100 Mitglieder zählende Geschichtsverein ausgearbeitet hat. Sogar Geld hat er im Gepäck, der Verein verfügt über Geld aus einer Erbschaft. Spätestens seit vor acht Jahren die Ausstellungsräume im Nassauer Hof geräumt werden mussten, schmieden die Hattersheimer Pläne für das neue Museum. Und seitdem erhält Britsch positive Signale aus dem Rathaus.

Bürgermeister Hans Franssen (SPD) will noch in seinem letzten Amtsjahr die entscheidenden Weichen für die Realisierung des neuen Aushängeschildes der Mainstadt stellen. "Wir stehen in der Verpflichtung, Räumlichkeiten für ein Museum zur Verfügung zu stellen", sagt Franssen jetzt. Er will dafür im Haushalt 2010, den er nächste Woche vorstellt, einen deutlichen Betrag bereit stellen. In welcher Höhe wollte er diese Woche noch nicht konkretisieren. Die Stadtverordnetenversammlung müsste für das Projekt endlich Farbe bekennen, sagt Franssen.

Für Britsch kein Anlass, die Sektkorken knallen zu lassen. "Das habe ich in den letzten Jahren einfach schon zu oft gehört", sagt Britsch. Leider ohne dass wirklich etwas passiert wäre. "Ich fühle mich langsam vom Bürgermeister veräppelt", sagt Britsch.

Für das Museum waren schon verschiedene Varianten im Spiel. Einmal hieß es, die Schätze der Stadt könnten auf das Nestlé-Gelände in ein ehemaliges Sarotti-Werkstattgebäude. Die Pläne zerschlugen sich, das Gebäude steht nicht mehr.

Jetzt ist die denkmalgeschützte Urbansmühle als Museums-Quartier im Gespräch. Eine Möglichkeit, die Britsch begrüßen würde. Im Raum steht auch die Überlegung, dem Geschichtsverein Räume in einem neuen Rathaus zu geben. Für Britsch indiskutabel, dann würde es doch auf Heimatstuben hinauslaufen.

Britsch bleibt nur die Hoffnung, dass auf schöne Worte jetzt doch noch Fakten folgen. Einstweilen schlummern die vielfältigen Dokumente der Hattersheimer Geschichte für die Öffentlichkeit unsichtbar in verschiedenen Gebäuden im Hattersheimer Stadtgebiet.

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