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Stadtentwicklung in Eschborn Hotelbau-Boom am Börsensitz in Eschborn

Internationale Hotel-Ketten kommen ins Eschborner Gewerbegebiet Süd. Bis 2022 sollen rund um den Sitz der Deutschen Börse vier neue Hotels entstehen. Diese Entwicklung stößt auf gemischte Gefühle.

Hotelbauboom in Eschborn
Ein Hyatt-House entsteht bis Ende 2019 an der Mergenthalerallee. Projektentwickler Benchmark investiert 25 Millionen Euro. Foto: Monika Müller

Das Gewerbegebiet Süd, direkt an der westlichen Stadtgrenze zu Frankfurt gelegen, ist im Höhenflug. Projektentwickler wollen in den nächsten fünf Jahren rund um den Sitz der Deutschen Börse mehr als 300 Millionen Euro in neue Bürotürme investieren. Entstehen sollen auch vier neue Hotels. Innerhalb von nur wenigen Wochen gaben die internationalen Hotelmarken Leonardo, Hyatt und Niu bekannt, dass sie nach Eschborn Süd kommen. Bereits vor knapp einem Jahr hatte der Frankfurter Projektentwickler Gertler Estates sein Projekt „Börsenplatz Eschborn“ vorgestellt. Zu dem Businessquartier mit Läden, Gastronomie und einem 60 Meter hohen Büroturm an der Mergenthalerallee gehört ebenfalls ein Hotel.

Elf Hotels und Pensionen – darunter drei der zum französischen Accor-Konzern zählenden Marke Mercure gebe es aktuell in Eschborn, berichtet Eschborns Wirtschaftsförderin Dong-Mi Park-Shin. Die Zahl der Übernachtungen habe sich in der Stadt seit 2001 mehr als verdoppelt. Die Auslastung der insgesamt 1500 Betten lag bei fast 70 Prozent. „Der Bedarf ist da, von Geschäftsreisenden ebenso wie von Touristen, die eigentlich nach Frankfurt kommen, und dann in Eschborn wohnen, weil es hier preiswerter ist und man in zehn Minuten mit der S-Bahn am Hauptbahnhof ist“, sagt Park-Shin. Auch für Messegäste sei der Hotelstandort Eschborn ideal.“

Als Wirtschaftsförderin, räumt Park-Shin ein, sei sie zwiegespalten in Anbetracht der rasanten Entwicklung, die die Zahl der Hotelübernachtungen nochmals verdoppeln könnte. Auf der einen Seite brächten neue Hotels Frequenz in die Stadt. Im besten Fall kümmerten sich Projektentwickler auch um die nötige Infrastruktur wie Geschäfte und Gastronomie. „Auf der anderen Seite müssen wir aufpassen, dass wir nicht zur Schlafstätte für Frankfurt werden. Das wäre keine gute Entwicklung.“

Erstes Hotelprojekt in der Reihe der Neubauten war vor knapp zwei Jahren das 170-Betten-Haus der Marke Moxy, einem Gemeinschaftsunternehmen von Ikea und Marriott. Das Hotel in Modularbauweise steht in der Mannheimer Straße 1. Park-Shin spricht von einer „neuen Kultur“ in der Hotellandschaft. Die Einrichtung bei Moxy sei schlicht, aber zweckmäßig. Die Begriffe „Cosy“ und „Feel good“ dominierten auch die neuen Hotels, die bis 2022 entstehen sollen, sagt Park-Shin.

Da ist zum einen das Leonardo-Hotel mit 234 Zimmern, das in ein sechsstöckiges Bürogebäude an der Kölner Straße 6 einzieht, das früher von der Shell AG genutzt wurde. Für das Vier-Sterne-Business-Hotel wird der Komplex bis 2020 komplett umgebaut.

An der Mergenthalerallee entsteht ein neues Hotel der Marke Niu mit 176 Zimmern und 83 Appartements für Langzeitaufenthalte. Nur wenige Meter davon entfernt plant die Frankfurter Gertler Group ein Boarding House mit 130 Zimmern, das 2022 fertig sein soll.

Bereits für Ende 2019 ist die Eröffnung des ersten Hyatt-House in der Rhein-Main-Region angekündigt. 25 Millionen Euro investiert Projektentwickler Benchmark in das Hotel mit 190 Zimmern an der Frankfurter Straße. Jedes Zimmer hat eine eigene Küchenzeile. Die Hotelgäste können in einem ganztägig geöffneten Supermarkt einkaufen.

Benchmark-Geschäftsführer Götz Hufenbach weiß, warum internationale Hotelketten zurzeit verstärkt Eschborn ansteuern. „Namhafte und internationale Unternehmen sind hier angesiedelt, deshalb besteht vor Ort ein gesunder Bedarf an Hotels. Das macht den Standort für Entwickler und Betreiber von Hotels sehr attraktiv“, sagte er der FR.

Ein großer Pluspunkt sei auch die direkte Anbindung an zentrale Verkehrsachsen und den öffentlichen Nahverkehr. „Frankfurter Flughafen, Hauptbahnhof und der wichtige Messestandort sind nur eine kurze Fahrzeit entfernt. Damit nimmt Eschborn gegenüber den meisten Frankfurter Umlandgemeinden und sogar gegenüber manchem Frankfurter Stadtteil eine herausgehobene Stellung ein.“ Dazu komme die Verfügbarkeit von Entwicklungsflächen. „In guten Lagen der Mainmetropole sind sie derzeit schlicht nicht mehr vorhanden.“

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