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Rosarium in Hattersheim Rosenschnitt von Ehrenamtlichen

Das Rosarium in Hattersheim muss aufs Geld schauen. Ohne die Unterstützung von vielen ehrenamtlichen Helfern wäre der Park längst nicht so gut in Schuss.

Rosarium in Hattersheim
Im Rosarium in Hattersheim schmeicheln reichlich Rosen den Augen. Foto: Renate Hoyer

Gegen 11 Uhr vormittags sind gestern die beiden Teiche des Rosariums wieder randvoll mit Wasser gefüllt. Gut 50 Kubikmeter hat die freiwillige Feuerwehr über eine 350 Meter lange Schlauchleitung hineingepumpt. Über eine Stunde schoss das Wasser in die Teiche. Am Ende ist das Teichwasser aufgewühlt, Fische sind keine zu sehen, und auch das Entenpärchen mit seinen Küken hat sich im Schilf verzogen.

Das trockene und heiße Wetter der letzten Wochen habe den Wasserspiegel deutlich absinken lassen, erzählt Peter Schmitz, der als Landschaftsarchitekt das Rosarium für die Rhein-Main-Pilot-Gesellschaft betreut. „Irgendwann kippt das Wasser. Die Fische bekommen nicht mehr genug Sauerstoff und sterben. Das wollten wir verhindern.“

Einmal im Jahr füllt die Feuerwehr in der Regel frisches Wasser in die beiden Rosariumsteiche. Sie liegen gleich hinter der großen, mit Kletterrosen bewachsenen und von Lavendelbeeten umgebenen Holzpyramide hinter dem Eingang. Rechts und links der Wasserflächen erstrecken sich Rasenflächen, in denen Rosenbeete angelegt sind. In allen Farben von Weiß über Gelb und Pink bis Tiefrot erstrahlen die dort gepflanzten Rosen. Über hundert verschiedene Sorten sind es. Gut 6000 Rosen gibt es im Hattersheimer Rosarium insgesamt.

Als der Park 1997 als eine der ersten Attraktionen des Regionalparkes Frankfurt/Rhein-Main angelegt wurde, war die rund 1,3 Hektar große Fläche komplett mit Rosen bewachsen. „Wir haben uns damals im Rosendorf Steinfurth von Experten beraten lassen“, erzählt Peter Schmitz. Gepflanzt wurden auch seltene Sorten wie die beiden Hattersheimer Züchtungen „Wilhelm Kauth“, eine Teehybride von 1933 und „Gretel Greul“ von 1939.

Im Laufe der Jahre hätten immer wieder Rosen ersetzt werden müssen, weil sie nicht mehr richtig wuchsen, berichtet Schmitz. Dazu zählen auch die beiden alten Hattersheimer Züchtungen, die am Ende nicht mehr veredelt werden konnten. Als lokale Rose gibt es aber noch die Züchtung Rosarium Hattersheim „Rink Road Runner“, von der am Rande der Parkanlage hinter den weißen Bänken ein paar Büsche stehen. Nach und nach sei die Anzahl der Rosenbeete aus Kostengründen reduziert worden, erzählt Peter Schmitz. Zwar seien professionelle Gärtner engagiert, sie könnten sich aber längst nicht um alles kümmern. „Wir sind auf ehrenamtliche Paten angewiesen, die Unkraut jäten und die Rosen zurückschneiden“, sagt der Gartenarchitekt. 22 Ehrenamtliche halfen am Anfang im Rosarium mit, momentan sind es nur noch 14. 

Eine von ihnen ist Walli Franssen. Seit 15 Jahren betreue sie das Beet der in zartem Pink blühenden Rose Sankt Helena erzählt die 73-Jährige. Gestern ist sie mit dem Fahrrad gekommen, hat Gartenhandschuhe, Rosenschere und ein kleines Radio dabei, um sich die Zeit beim Pflegen des Beetes zu vertreiben. „Zwei Stunden werde ich wohl brauchen, bis alles tipptopp ist“, sagt sie. Sie habe zu Hause auch einen eigenen großen Garten zu pflegen. Die Arbeit im Rosarium mache ihr trotzdem Spaß. „Das ist mein Hobby.“

Jüngst bekam Gartenarchitekt Schmitz auch Unterstützung von einer Schulklasse der Frankfurt International School aus Wiesbaden-Naurod. Die Kinder halfen beim Pflanzen von Studentenblumen. Im Herbst werden sie unter die Erde gepflügt und sollen dafür sorgen, dass der Boden, in dem im kommenden Jahr wieder Rosen gepflanzt werden, genügend Nährstoffe hat.

80.000 Euro kostet die Pflege des Rosariums jedes Jahr, bis zu 5000 Euro werden fürs Nachpflanzen fällig. Demnächst muss die Gesellschaft noch tiefer in die Tasche greifen. Denn die 21 Jahre alte Holzpyramide ist an vielen Stellen morsch und muss ersetzt werden. So wie das Gelände an den Gartenteichen, das in diesem Jahr erneuert wurde. An den Kosten habe sich auch die Stadt Hattersheim beteiligt, sagt Peter Schmitz.

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