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Richard Zorn in Hofheim Pionier der Obstbauern

Dass Hofheim von Obstwiesen umgeben ist, hat die Stadt vor allem dem gebürtigen Sachsen Richard Zorn zu verdanken. Jetzt benennt sie ihren Apfelsortengarten nach ihm.

09.04.2010 00:04
Richard Zorn hat den Obstanbau in Hofheim eingeführt. Foto: Privat

Die Obstwiesen rund um Hofheim sind ein vertrautes Bild. Viele verschiedene Früchte alter Sorten gedeihen hier; während der Baumblüte im Frühling bietet sich dem Spaziergänger ein farbenprächtiges Bild. Und auch im Winter verschönern die kahlen, teils bizarr anmutenden Obstbäume die Landschaft.

Das Baumparadies ist vor allem Richard Zorn und seiner Leidenschaft für den Obstanbau und die Obstsortenkunde zu verdanken. Der gebürtige Sachse kam 1884 nach Hofheim. Als erster in Deutschland baute er hier auf 10,5 Hektar Land Tafelobst für den Verkauf an: Äpfel, Birnen, Aprikosen, Stachelbeeren und allein 60 verschiedene Sorten Erdbeeren. Seinem Beispiel folgten weitere Obstbauern. Nach und nach entstand so die Tafelobstkultur in der Landschaft rund um die Kreisstadt.

Richard Zorn baut das Obst nicht nur an, er beschäftigte sich auch theoretisch damit. In einem umfangreichen Lexikon stellte er Beschreibungen und Zeichnungen von mehr als 1000 Apfel- und Birnensorten zusammen.

Zur Erinnerung an den Pionier unter den Obstbauern wird jetzt anlässlich seines 150. Geburtstages der Apfelsortengarten zwischen Marxheim und Diedenbergen nach Richard Zorn benannt. Seit 1997 werden auf der Obstwiese unterhalb der Speedwaybahn mehr als 100 alte und neue Apfelsorten angepflanzt. Die Sortenvielfalt soll so erhalten bleiben.

Für Samstag, 11. April, 10 bis 13 Uhr, lädt die Stadt anlässlich der Namensgebung zu einem kleinen Fest in den Apfelsortengarten ein. Steffen Kahl vom Hessischen Pomologenverein wird über Richard Zorn berichten. Auf zwei neuen Tafeln wird sein Leben und Wirken geschildert. Ein eigens für diesen Anlass gezogener Apfelbaum der seltenen Sorte Bischofsmütze wird gepflanzt. Auch Barbara Helling vom Main-Taunus-Streuobst-Verein gibt Auskunft auf alle Fragen rund um den Apfel und den Apfelsortengarten. Kinder können an einer Rallye teilnehmen. Für alle Gäste wird Apfelsaft ausgeschenkt. (aro)

Der Apfelsortengarten ist über Feldwege gut zu Fuß von Diedenbergen und Marxheim aus zu erreichen. Er befindet sich am Weg, der direkt unterhalb der Speedwaybahn verläuft, und ist etwa 300 Meter in Richtung Marxheim gelegen.

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