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Präventionsräte im MTK Gegen Vandalismus und Gewalt

Handeln, bevor etwas passiert - das ist das Ziel der Präventionsräte, die es bald in allen Main-Taunus-Gemeinden gibt. Von Andrea Rost

11,4 Prozent der Jungen sind laut Studie schon einmal Opfer von Schlägereien in der Klasse, auf dem Schulhof oder auf dem Nachhauseweg geworden, bei den Mädchen berichteten dies 7,5 Prozent. Foto: dpa

Eppstein ist die letzte Stadt, die Ende April einen Präventionsrat gründet. Alle zwölf Kommunen des Main-Taunus-Kreises haben dann ein solches Gremium. Polizeidirektor Jürgen Moog findet das gut und richtig. "Wenn wir in der Verbrechensbekämpfung etwas bewegen wollen, müssen wir ansetzen, ehe die Täter zuschlagen. Wir müssen möglichst viele Bürger mitnehmen und lokal arbeiten", sagt der Polizeichef.

Schon vor zwölf Jahren wurde auf Kreisebene ein Präventionsrat gegründet. Jochen Riebel war damals Landrat, Vandalismus an Schulen und die Drogenszene am Hofheimer Bahnhof waren der Anlass, sich mit frühzeitiger Verbrechensbekämpfung zu beschäftigen. Die Kreisstadt sei auch die erste Kommune gewesen, die 1998 auf lokaler Ebene einen Präventionsrat etablierte, erinnert sich Peter Nicolay, der den Kreis-Präventionsrat als Geschäftsführer managt. Kameras zur Videoüberwachung seien damals am Busbahnhof installiert worden, Straßenfußballturniere für Jugendliche wurden organisiert.

Peter Nicolay hat im Laufe der Jahre eine Menge Informationsmaterial verschickt, die Resonanz aus den Städten und Gemeinden blieb eher verhalten. Richtig Fahrt aufgenommen haben die lokalen Präventionsräte erst nach dem Amtsantritt von Jürgen Moog. 30 Jahre arbeitete er in Frankfurt, ehe er Ende 2007 Polizeichef im Main-Taunus-Kreis wurde. Anhand der aktuellen Kriminalitätsstatistik jeder Stadt oder Gemeinde Strategien zu entwickeln, wie Verbrechen verhindert werden können, hält er für eminent wichtig und nennt als positives Beispiel Kelkheim: Es gebe deutlich weniger Sachbeschädigungen durch Jugendliche, seit die Stadt auf Anraten des Präventionsrates speziell geschulte Hilfspolizisten und einen Sozialarbeiter eingestellt habe, sagt Moog.

In Hochheim habe der Präventionsrat bei der Planung des Baugebietes Schänzchen III Hinweise gegeben, wie das Neubaugebiet durch Verkehrsführung und Grünflächengestaltung für Einbrecher unattraktiv wird. Einbruchsschutz war auch das Thema, zu dem Ende vergangenen Jahres erstmals die Präventionsräte aller Kommunen und der Kreispräventionsrat eine Veranstaltungsreihe auf die Beine gestellt haben. Moog will in dieser Richtung weiterdenken, die Arbeit der lokalen Gremien und der Polizei noch stärker vernetzen.

Mehr Sicherheit an Schulen

Im Arbeitskreis Jugend und Soziales soll demnächst das Thema Alkohol und Drogen auf der Tagesordnung stehen, damit die Kommunen Saufexzesse Jugendlicher bei Großveranstaltungen besser in den Griff bekommen. Der 2009 gegründete Arbeitskreis Sicherheit an Schulen hat nicht nur ein bundesweit einzigartiges Farbleitsystem zur Orientierung in Gefahrensituationen ausgearbeitet, sondern arbeitet auch an Sicherungssystemen, um die Main-Taunus-Schulen besser vor Einbrechern zu schützen. 26 Mal drangen Diebe im vergangenen Jahr in Schulgebäude ein; sie stahlen hochwertiges technisches Gerät im Wert von vielen tausend Euro.

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