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MTS Renovierungs-Stau ärgert Eltern

Die Sanierung und der Neubau der Main-Taunus-Schule werden erneut um Jahre verschoben. Bei den Eltern sorgt das für Unmut.

Um die Schule komplett herzurichten fehle das Geld, sagt der Kreissprecher. Foto: Martin Weis

Ungeheizte Klassenzimmer, zugige Fenster, eingefrorene Wasserleitungen, eine Pausenhalle, in die es hineinregnet und generell viel zu wenig Platz für die 1750 Gymnasiasten, von denen allein 870 die Oberstufe besuchen – die Eltern der Hofheimer Main-Taunus-Schule sind mit ihrer Geduld am Ende. In einem offenen Brief fordern sie den Main-Taunus-Kreis auf, endlich mit der Sanierung des 40 Jahre alten Schulgebäudes und dem versprochen Neubau zu beginnen.

Bereits 2010 hatten Kreisausschuss und Schulkonferenz die Planung abgesegnet, 2014/15 sollten die Arbeiten fertig ein. Mehrfach wurde seither der Zeitplan geändert, jetzt ist das Vorhaben im Investitionsprogramm des Kreises erneut in der Prioritätenliste nach hinten gerutscht. Nun soll erst 2016 mit der Planung begonnen werden, 2018/19 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Wir sind sehr enttäuscht“, sagt Anja Störiko, die sich im Vorstand des Schulelternbeirats der MTS engagiert. Die Eltern beklagen nicht nur die dringend nötige Sanierung des Schulgebäudes. Es fehle auch an jeder Menge Platz. So seien etwa die Klassenräume an der ehemals als reine Oberstufe geplanten MTS nur für maximal 25 Schüler ausgelegt, unterrichtet würden aber bis zu 30 Kinder in einem Raum. Eine der Schulgröße angemessene Aula fehle ebenso wie Räume für einen modernen Unterricht – etwa für Naturwissenschaften – oder ein ausreichend großes Lehrerzimmer.Derzeit stehe lediglich ein einziger Raum für die 150 Lehrkräfte zur Verfügung.

Schulleiter spricht von "Flickwerk"

Beim Main-Taunus-Kreis hat man zwar Verständnis für den Unmut der Eltern. Die Entscheidung, die millionenschweren Investitionen zu strecken, sei jedoch nicht zuletzt dem Konsolidierungsprogramm des Kreises geschuldet, sagte Kreissprecher Johannes Latsch auf Anfrage der FR. „Es ist eine Konsequenz aus dem öffentlichen Ruf nach sparsamer Haushaltsführung.“

Der Main-Taunus-Kreis habe Container an der Schule aufgestellt, um genügend Platz für den Unterricht zu bieten. „Der Platz ist zwar begrenzt, reicht unter den gegebenen Umständen aber aus.“ Ein wichtiges Projekt werde bereits im kommenden Jahr angepackt. Dann soll die Sporthalle neu gebaut werden. Das hat der Kreisausschuss gestern beschlossen.

Latsch verhehlt nicht, dass einige Räume an der MTS sanierungsbedürftig sind. Um sie komplett herzurichten, fehle jedoch das Geld. Deshalb werde im Zuge der Bauunterhaltung alles getan, um die Situation zu verbessern – mit neuen Bodenbelegen, Beleuchtungen, Heizkörperverkleidungen, Fenstern, Jalousien und Elektroinstallationen.

Schulleiter Horst Sewerin ist damit nicht zufrieden. Er spricht von „Flickwerk“. Das Schulgebäude müsse dringend im Kern saniert werden. Allein die Fassade sei in einem energetisch verheerendem Zustand. Längst sei dem Hofheimer Gymnasium erhöhter Raumbedarf zugestanden worden. Die Beschlüsse aus dem Jahr 2010 würden aber nicht umgesetzt; stattdessen seien Sanierung und Neubau der MTS mittlerweile an die vorletzte Stelle des Investitionsprogrammes gerutscht. „Da verstehe ich, wenn die Schulgemeinde unruhig wird.“

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