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Main-Taunus-Zentrum Eiscafé wirft prügelnde Mitarbeiter raus

Die Eisdiele „Tiziano“ im Main-Taunus-Zentrum will die prügelnden Kellner nicht weiter beschäftigen. Betreiberin Elisa Forest fordert eine „lückenlose Aufklärung“.

Main-Taunus-Zentrum
Die Schlägerei im Main-Taunus-Zentrum sorgte für viel Aufregung. Foto: Michael Schick

Kellner, die mit Stühlen und Absperrpfosten auf Gäste losgehen, kreischende Frauen, weinende Kinder – Szenen wie in dem Video, das seit der Schlägerei im Main-Taunus-Zentrum (MTZ) am vergangenen Samstag im Internet kursiert (wir berichteten), soll es vor dem Eiscafé „Tiziano“ nie wieder geben.

Die Betreiberin der Eisdiele, Elisa Forest, habe die Sicherheitsmaßnahmen intensiviert und einen Deeskalationsplan entwickelt, sagt der Offenbacher Rechtsanwalt Marc-Tell Sauer auf FR-Anfrage. „Meine Mandantschaft bedauert zutiefst, was vorgefallen ist.“ Das Geschehene entspreche „in keinster Weise der Unternehmensphilosophie und den Leitlinien“ der Eiscafé-Kette.

MTZ erteilt den Kellnern Hausverbot

Man sei an einer lückenlosen Aufklärung interessiert. Dabei werde auch eng mit der Polizei und dem Center-Management zusammengearbeitet. Alle notwendigen Unterlagen habe er bereits an die Ermittler weitergeleitet, sagte Sauer. Die Mitarbeiter, die am Samstagnachmittag an der handgreiflichen Auseinandersetzung beteiligt waren, bei der mehrere Menschen verletzt wurden, werden im Eiscafé nicht weiter beschäftigt. Im Main-Taunus-Zentrum haben die Kellner außerdem mittlerweile Hausverbot. 

Durch einen Wechsel in der Belegschaft wolle die Eisdielenbetreiberin wieder Ruhe in den Betrieb bringen, erläuterte ihr Anwalt. Rund um das Eiscafé im MTZ hätten sich in den letzten Tagen zeitweise mehr Medienvertreter als Kunden aufgehalten. „Das ist nicht einfach.“ Seit Montag waren die Innenräume der Eisdiele geschlossen. Demnächst sollen sie wieder geöffnet werden.

Was genau der Auslöser für die Prügelattacken des Eisdielenpersonals am Samstagnachmittag war, ist indes weiterhin unklar. Polizeisprecher Johannes Neumann räumte bereits Anfang der Woche ein, dass womöglich nicht nur der Umstand, dass vier Gäste am Tisch saßen und einer nichts bestellen wollte, zu der Massenschlägerei geführt haben könnte. „Wir müssen eine zweistellige Anzahl von Beteiligten und Zeugen befragen, das wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Teilweise hätten sich „Täter“ und „Opfer“ gegenseitig der Körperverletzung beschuldigt. „Da wird es kompliziert.“

Eisdielenbetreiberin Elisa Forest lässt über ihren Anwalt mitteilen, nach ihrem Kenntnisstand seien „weder körperliche Gewalt noch eine körperliche Eskalation“ von den Mitarbeitern des „Tiziano“ gestartet worden. Inwieweit sich die Kellner gegen direkte körperliche Übergriffe Dritter zur Wehr gesetzt hätten, werde aktuell untersucht. An einer lückenlosen Aufklärung des Sachverhalts habe sie nachhaltiges Interesse und stehe dazu in engem Kontakt mit den Verfolgungsbehörden. 

Den Shitstorm, der seit der Schlägerei vor ihrem Eiscafé im Internet über das „Tiziano“ hinwegfegt, will Forest nicht kommentieren. Auch nicht Einzelheiten in der medialen Darstellung geraderücken, die aus ihrer Sicht nicht den Tatsachen entsprechen – „um den polizeilichen Ermittlungen nicht vorzugreifen“. Kritik am Verhalten des „Tiziano“-Personals, wie es schon des Längeren von Gästen in Online-Kommentaren geäußert wurde, nehme die Eisdielenbetreiberin sehr ernst, sagt ihr Anwalt. Aktuell müsse jedoch zwischen Schmähkritik und konstruktiven Anregungen unterschieden werden. 

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