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Main-Taunus Rekord bei Jobvermittlung

Der Main-Taunus-Kreis betreut seine Langzeitarbeitslosen im eigenen kommunalen Jobcenter und ist dabei erfolgreich. Die Integration von Flüchtlingen ist die größte Herausforderung.

Arbeitsmarkt im Main-Taunus-Kreis
Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Johannes Baron (FDP) vermeldet für 2017 einen neuen Rekord bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen. Foto: Michael Schick

Seit 2005 betreut der Main-Taunus-Kreis seine Langzeitarbeitslosen im eigenen kommunalen Jobcenter. Der Landkreis ist damit eine von 100 sogenannten Optionskommunen in Deutschland und mit dem Modell seit Jahren sehr erfolgreich. Jetzt konnte Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Johannes Baron (FDP) für 2017 einen neuen Rekord vermelden. Laut dem vom Amt für Arbeit und Soziales fertiggestellten Eingliederungsbericht haben im vergangenen Jahr 2664 Menschen mit Hilfe des Kreises eine Arbeitsstelle bekommen. Weit mehr als ein Drittel davon ist in Vollzeit beschäftigt. „Das ist das beste Ergebnis, seitdem der Kreis die Betreuung der Langzeitarbeitslosen als Optionskommune übernommen hat“, sagte Baron vor Journalisten. Im Durchschnitt hätten sieben von zehn Vermittelten nach einem Jahr noch ihre Stelle – damit gehöre der Main-Taunus-Kreis zur Spitzengruppe in Deutschland. 

Möglich gemacht hat das laut Baron eine Fülle von Förderprogrammen, die die Menschen, die schon lange auf der Suche nach einem Job sind, auf eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz vorbereiten. 32 Programme seien insgesamt aufgelegt worden, finanziert würden sie vom Kreis, vom Land und vom Bund. Unterstützungen bei der außerbetrieblichen Ausbildung für benachteiligte Jugendliche und für die duale Ausbildung von Kindern aus Familien von Beziehern von Sozialleistungen zählen dazu. Außerdem Projekte, um die Chancen von Asylbewerbern auf dem Berufs- und Ausbildungsmarkt zu verbessern. Sehr erfolgreich läuft laut Baron das Modellprojekt „Arbeit und Sprache“, das der Kreis 2017 gestartet hat, um bleibeberechtigte Flüchtlinge bei der Integration zu unterstützen. 

Im Gegensatz zu den allgemeinen Integrationskursen sind die Kurse eng mit Arbeitsgelegenheiten verknüpft. Es sind Tätigkeiten bei Wohlfahrtsorganisationen, die die Flüchtlinge auf die Arbeitssuche am freien Markt vorbereiten sollen. Die Sprachkurse werden nicht nach Lernniveaus zusammengestellt und es gibt auch keinen Frontalunterricht. Lerninhalte und Materialien sind auf die einzelnen Kursteilnehmer zugeschnitten. Sprachverständnis und Sprechen stehen im Vordergrund. Die Inhalte der Sprachkurse sind in Modulen aufgebaut und orientieren sich an den Aufgaben bei den Arbeitsgelegenheiten. Neben dem Deutschen Roten Kreuz sind das Diakonische Werk, die Caritas und der Arbeiter-Samariter-Bund Kooperationspartner. „Campuservice“, eine Tochtergesellschaft der Frankfurter Goethe-Universität, hat das Programm konzipiert. 

Wie bei den Flüchtlingen fehle es auch bei vielen deutschen Leistungsempfängern an der nötigen Schul- oder Berufsausbildung oder es gebe persönliche Gründe, warum die Arbeitsaufnahme schwierig sei, so Baron. Hinzu kämen Anforderungen an digitale Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Arbeitswelt 4.0, die nicht jeder erfüllen könne.

Alles in allem ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Landkreis zwischen Frankfurt und Wiesbaden positiv: „Der Masse der Bürger geht es besser als dem deutschen und hessischen Durchschnitt. Wir haben praktisch Vollbeschäftigung, und der Arbeitsplatz MTK bietet Neubürgern hervorragende Perspektiven“, sagte Baron. Mit Interesse betrachte man die neuen Entwicklungen in Berlin: Die Bundesregierung wolle Möglichkeiten für die Etablierung eines „Sozialen Arbeitsmarktes“ schaffen. „Wir werden dieses zusätzliche Instrument im Kreis nutzen“, kündigte Baron an. 

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