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Main-Taunus Kriminalromane Unwahrscheinlich, aber realistisch

Der Krifteler Klaus Seibel glaubt an das Gute, vor allem aber auch an das Schlechte im Menschen. Wenn ihm die Arbeit für ein Softwarehaus Zeit lässt, schreibt er Krimis und Science-Fiction-Romane. Bei Amazon hat er schon einen Bestseller gelandet.

06.12.2013 12:29
Jöran Harders
Klaus Seibel schreibt Krimis und Science-Fiction-Romane. Foto: Michael Schick

Die Frage „Was wäre, wenn?“ stand am Anfang des Romans „Zehntausend Fallen“ von Klaus Seibel. „In dem Buch geht es um Terminator-Saatgut und die Machenschaften eines internationalen Konzerns, der solche gentechnisch veränderten Samen herstellt“, erzählt der Krimiautor, der in Kriftel wohnt und dort als Vertriebsleiter für ein Softwarehaus arbeitet.

Auf den ersten Blick erscheine das Szenario von „Zehntausend Fallen“ ziemlich unwahrscheinlich: „Man denkt, so etwas könne gar nicht passieren. Aber je tiefer ich mich während meiner Recherchen für den Roman in das Thema eingearbeitet habe, desto überzeugter war ich, dass die Handlung im Grunde ziemlich realistisch ist. Mich würde es gar nicht überraschen, wenn sich etwas Ähnliches schon längst ereignet hat“, stellt Seibel fest.

Der Selbstmordversuch eines Bauern im Berliner Umland bringt die Hauptfigur des Buches, die ehemalige Kommissarin Ellen Faber, auf die Spur des Saatgutproduzenten, der Landwirte mit Samen beliefert, die nur ein Mal auskeimen, so dass die Bauern aus der Ernte keine Samen für die nächste Aussaat verwenden können. Der Anbau solcher gentechnisch sterilisierten Pflanzen ist bisher nicht nur in der EU sondern in der ganzen Welt verboten. „Dennoch wird daran geforscht, um die Kommerzialisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. Ich habe mir einfach vorgestellt, was passieren würde, wenn jemand Terminator-Saatgut aus Profitgier in Umlauf bringt“, sagt Seibel.

Kein typischer Kriminalroman

So sei „Zehntausend Fallen“ kein typischer Kriminalroman geworden, „wo die Polizisten einen Mörder jagen“. Im Buch muss sich Ellen Faber mit ihrem größten Gegner verbünden. „In meinem ersten Krimi ,Zehntausend Augen‘ ist sie von einem Mann erpresst worden, den sie jetzt um Hilfe bittet, weil sie selbst von der Polizei gejagt wird“, erklärt Seibel. Daher sei der aktuelle Roman als Fortsetzung angelegt, auch wenn er eine eigenständige Geschichte erzähle.

Zur Schriftstellerei kam Klaus Seibel, nachdem er einen Science-Fiction-Roman gelesen hatte, den er „einfach nur langweilig“ fand. „Das kann ich besser“, dachte sich der Krifteler und schrieb sein erstes Buch „Krieg um den Mond“. Weil kein Verlag das Erstlingswerk eines unbekannten Autors herausbringen wollte, vermarktete Seibel den Roman als E-Book und landete damit prompt einen Bestseller bei Amazon.

Durch das Internet und die E-Books sei es viel leichter geworden, eigene Bücher zu veröffentlichen, stellt Seibel fest. Weil seine Romane im Internet mittlerweile eine große Fangemeinde gefunden haben, ist das Schreiben für Seibel inzwischen auch finanziell ertragreich. Deshalb hat er die Schriftstellerei vom Hobby zum Nebenberuf gemacht. Seine Arbeitszeit im Softwarehaus hat er reduziert, um täglich drei Stunden an seinen Büchern arbeiten zu können.

Zurzeit schreibt Klaus Seibel an einer Fortsetzung von „Krieg um den Mond“. „Das soll eine ganze Reihe werden“, kündigt er an. Davor, dass ihm irgendwann einmal die Ideen ausgehen könnten, hat Seibel keine Angst: „Ich brauche mich nur mal einen Augenblick hinzusetzen oder in die Zeitung zu schauen, um ein spannendes Thema zu finden.“ Dabei habe er so viele Einfälle, dass er sie gar nicht alle zu Büchern machen könne. So möchte er im kommenden Jahr einen Krimi veröffentlichen, der in Wiesbaden und Frankfurt spielt und in dem es um Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche geht.

Überwachung als Thema

Ebenfalls in Planung ist ein Roman mit dem Titel „Schwarze Energie“ über das Kernforschungszentrum CERN. „Fachleute meinen, der Betrieb dieser Anlage sei absolut sicher, da könne überhaupt nichts passieren. Das wurde über das Kraftwerk in Fukushima auch gesagt“, ist Seibel skeptisch. Überhaupt glaubt der Autor zwar einerseits an das Gute, andererseits aber auch an das Schlechte im Menschen. „Wenn man irgendwo etwas abhören und mitlauschen kann, wird das auch getan“, meint er. Dem Thema Überwachung hatte er sich in seinem ersten Krimi „Zehntausend Augen“ gewidmet. Und seit Seibel sich mit diesem Thema genauer befasst hat, ist er auch selber vorsichtig geworden. Die Kamera an seinem Computer hat er – wie eine seiner Hauptfiguren – zugeklebt. jöh

Klaus Seibel: Zehntausend Fallen, ISBN: 978-3954511914. Emons-Verlag, 255 Seiten, 9,90 Euro.

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