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Main-Taunus-Kreis Hofheim Ausstellung Die Schatzkammer des Kreises

Das Kreishaus in Hofheim präsentiert einen Teil der 750 Arbeiten aus der Kunstsammlung des Main-Taunus-Kreises. Auch um zu dokumentieren, was im Kreis es alles an professionellen Künstlern gibt.

Klaus Fischer erläutert das Gemälde „An meine Lehrer“ von Dimitri Vojnov. Foto: Martin Weis

Der Rabe ist weg. Ingrid Hasse (FWG) hatte sich die kleine Skulptur des Flörsheimer Künstlers Thomas Reinelt für ihr Büro gesichert. Doch nun ist er dort ausgeflogen – und die Kreisbeigeordnete muss sich mit den Reinelt-Werken trösten, die sie bei sich zu Hause hängen hat.

Denn in den nächsten beiden Wochen ist „Der Rabe“ für alle Besucher des Kreishauses da – als Teil der Ausstellung „25 Jahre Landratsamt“, zu der der Förderverein Kunstsammlung ein „Best of“ aus dem Fundus der Kreisgalerie zusammengetragen hat.

Der besteht inzwischen aus 750 Gemälden, Skulpturen und anderen Formen der bildenden Kunst und wächst beständig weiter. Denn Kreis und Förderverein kaufen jeweils eines der Werke an, die in den vier bis fünf jährlichen Einzelausstellungen zu sehen sind. 10.000 Euro stehen dafür pro Jahr bereit. Hinzu kommen Spenden, die der Förderverein einwirbt.

Quadrate und Taubenbaum

„Nun wollen wir eine Bilanz ziehen“, sagt dessen ehrenamtlicher Geschäftsführer Klaus Fischer. Für den CDU-Politiker und Kelkheimer Stadtverordnetenvorsteher ist die Ausstellung auch ein persönliches Geschenk. Denn er war nicht nur bei dem ersten Treffen 1984 dabei, als der damalige Landrat Bernward Löwenberg (CDU) die Idee einer Kunstsammlung entwickelt hatte. Fischer feiert am Tag der Vernissage zudem seinen 75. Geburtstag.

Er und der aktuelle Landrat Michael Cyriax (CDU) werden am Donnerstag auch einige der 25 Künstler begrüßen können, deren Werke in der neuen Schau zu sehen sind. Dabei trifft der verspielte Surrealismus von Dimitri Vojnov auf die abstrakten „Quadrate 1 bis 4“ von Romana Menze-Kuhn. Und der farbenfrohe „Taubenbaum“ der im vergangenen Jahr verstorbenen Hofheimer Künstlerin Friedel Schulz-Dehnhardt auf die minimalistische „Rheingaustraße“ des Städel-Absolventen Sergej Jensen. Vertreten sind darüber hinaus unter anderen Hermann Haindl, Karl Malkmus, Ellen Hauser und Wanda Pratschke.

Klaus Fischer selbst hat es besonders ein Gemälde von Ingrid Jureit angetan, auf dem ein zur Faust geballter Arm von zwei anderen Händen umgriffen wird. „Die Faust wird niedergedrückt und wirkt passiv“, deutet Fischer das Bild. Ganz anders als in seiner Jugend in der DDR, als gereckte Fäuste permanent den Sieg des Sozialismus beschwören sollten.

Kunst zur Basis

Allerdings ist in dieser Zeit auch sein Interesse für die Kunst geweckt worden. 1987 wurde der studierte Chemiker Mitglied im Förderverein Kunstsammlung Main-Taunus, seit 1998 ist er dessen Geschäftsführer.

„Wir wollen die Kunst an der Basis abbilden“, beschreibt Fischer das Ziel des Vereins. So versucht der Verein, einen Überblick über das Kunstschaffen im Main-Taunus-Kreis zu geben. „Wir wählen aber nur professionelle Künstler aus“, ergänzt Ingrid Albrecht, die im Kreishaus für Kultur und Tourismus zuständig ist und sich vor Ort um die Sammlung kümmert. Die hat sich mit den Jahren zu einer „Artothek“ entwickelt, aus der sich die Mitarbeiter des Landratsamts Werke für ihre Büros ausleihen können.

Einige der Kunstwerke sind aber auch dauerhaft an den Wänden im Landratsamt zu besichtigen. So auch die wilde Installation des Aktionskünstlers Wol Müller. Die hatte sich Ex-Landrat Löwenberg für sein Büro ausgewählt.

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