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Mahnwache für Flüchtlinge AfD stört Mahnwache

Nach den Schüssen auf das Asylbewerberheim in Hofheim haben sich rund 200 Menschen zu einer Mahnwache zusammengefunden. Für Tumulte sorgen drei Männer, die sich als AfD-Vertreter ausgeben und Zettel hochhalten, auf denen sie Flüchtlinge beschuldigen, „Christen über Bord zu werfen“.

200 Menschen demonstrierten gestern gegen Fremdenhass auf dem Kellereiplatz. Foto: Michael Schick

Zu einer Mahnwache gegen Fremdenhass sind am Freitagabend mehr als 200 Menschen auf den Kellereiplatz in die Hofheimer Innenstadt gekommen. Er sei zutiefst schockiert gewesen, als er von den Schüssen auf das Asylbewerberheim an der Main-Taunus-Schule (MTS) am vergangenen Wochenende gehört habe, sagte der Vorsitzende der Grünen Jugend, Lukas Schauder. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund für den Anschlag liege nahe. „Für uns war klar, dass wir ein eindeutiges Zeichen setzen müssen, um zu zeigen, dass Fremdenhass bei uns keinen Platz hat.“

Eine Änderung des Asylrechts und die Öffnung des Arbeitsmarktes für Flüchtlinge forderte der Sprecher der Jungen Liberalen im Main-Taunus-Kreis, Kilian Karger. „Asylbewerber sind kein Makel und kein Fremdkörper in unserer Gesellschaft, wir brauchen mehr Solidarität und Zusammenhalt mit den Menschen, die es bis zu uns nach Deutschland geschafft haben“, sagte Karger.

Der Angriff auf die Flüchtlingscontainer an der Main-Taunus-Schule zeige: „Tröglitz ist tendenziell überall – auch im Main-Taunus-Kreis“, warnte der Vorsitzende der Main-Taunus-Linken, Heinz Michael Merkel.

„Wir verurteilen den Angriff auf das Schärfste; so etwas ist niederträchtig und absolut unakzeptabel“, erklärte der Sprecher der Hofheimer Grünen, Haluk Kaya. „Asylrecht ist ein Menschenrecht und keine Gnade.“

AfD-Leute stören

Zur Teilnahme an der Mahnwache hatte auf ihrer Facebookseite auch die Schülervertretung der Main-Taunus-Schule aufgerufen. Sie sei froh, dass die Flüchtlinge zentral in Hofheim und nahe der MTS untergebracht seien, sagte Elif Üstüner, die das Gymnasium besucht. In der Schule habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema Asyl und Flucht beschäftige, berichtete Oberstufensprecherin Paula Moser der FR. „Es gibt eine sehr große Offenheit bei den Schülern.“

Für Tumulte sorgten gestern Abend drei Männer, die sich als AfD-Vertreter ausgaben und bei der Mahnwache Zettel hochhielten, auf denen sie Flüchtlinge beschuldigen, „Christen über Bord zu werfen“. Nach Handgreiflichkeiten schritt die Polizei ein.

Mit einer Menschenkette demonstrierten die Teilnehmer am Ende der Kundgebung ihre Solidarität mit Flüchtlingen. In einer Schweigeminute gedachten sie außerdem der 400 Menschen, die Anfang der Woche auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken sind.

Lokalpolitiker von CDU und SPD kamen nicht zur Mahnwache gegen Rechts. Die SPD Main-Taunus begründete dies damit, dass die Hintergründe für die Tat in Hofheim noch nicht abschließend geklärt seien.

Anfang nächster Woche will die Polizei erste Ermittlungsergebnisse nach den Schüssen auf die Flüchtlingscontainer bekanntgeben. Bei der Attacke mit einer Luftdruckwaffe am vergangenen Wochenende war niemand verletzt worden. Es seien einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, sagte Sprecher Daniel Kalus der FR. Das Landeskriminalamt untersucht zur Zeit die verwendete Munition. Der Kreis hat für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

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