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Liederbach Die "Grüne Mitte" bleibt

Das Büro Albert Speer erarbeitet einen Masterplan für die Entwicklung der 9000-Einwohner-Gemeinde. Die 26 Hektar Grünfläche mitten im Ort soll auf jeden Fall nicht weg - aber auf dem Gelände könnte sich trotzdem etwas tun.

Das gibt es nur in Liederbach: 26 Hektar Grünfläche mitten im Ort . Foto: Bernd Fickert

Die „Grüne Mitte“ soll nicht angetastet werden, jedenfalls nicht von Baggern oder Baukränen. Das sehen die Liederbacher Bürger genauso wie die Planer des Büros Albert Speer & Partner, die seit Ende Juli einen „Städtebaulichen Masterplan“ für die kleinste Main-Taunus-Gemeinde erarbeiten. Eine 26 Hektar große Grünfläche mitten im Ort – „das ist einmalig im Rhein-Main-Gebiet“ schwärmt Projektleiter Stefan Kornmann. Deshalb haben die Planer das Areal im besten Marketingdeutsch zum „Unique Selling Point“ erklärt.

Das heiße allerdings nicht, dass sich auf dem Areal gar nichts tun dürfe, ergänzt Kornmann. So hätten die Bürger schon eine ganze Reihe von Ideen entwickelt, bis hin zur Bewerbung für eine Gartenschau. Realistisch werde es wohl auf „punktuelle Eingriffe“ in das Areal hinauslaufen, glaubt Kornmann, zum Beispiel in Form eines Seniorenspielplatzes.

Dabei sollen auch wieder die Bürger ausgiebig mitreden können, betonen die Speer-Planer und auch Bürgermeisterin Eva Söllner (CDU). „Wir wollen einen möglichst breiten Konsens erzielen“, sagt die Rathauschefin. Schließlich soll die Studie als Grundlage für die Gemeindeentwicklung bis 2030 dienen.

Deshalb haben die Planer zur Vorbereitung der Studie mit Politikern und Vereinsvertretern gesprochen, aber auch zu einem Bürgerforum eingeladen. Anschließend hatten die Bürger noch die Möglichkeit, via Brief und Internet Anregungen und Ideen an die Planer zu schicken. „Derzeit erarbeiten wir daraus konkrete Vorschläge“, sagt Stefan Kornmann.

Was die Resonanz der Bürger angeht, gehen die Einschätzungen des Stadtplaners und der Bürgermeisterin allerdings auseinander. Während Kornmann „sehr zufrieden“ mit dem Engagement der Liederbacher ist und die „sehr angeregte Diskussion“ bei dem Bürgerforum lobt, hätte sich Eva Söllner gerade bei diesem öffentlichen Treffen mehr Teilnehmer gewünscht als die 150, die in die Liederbachhalle gekommen waren. „Ich bin ein bisschen enttäuscht“, gibt sie zu. Auch dass sich darüber hinaus nur 20 Liederbacher schriftlich an der Debatte beteiligt haben, sei recht dürftig.

Wie geht es nun weiter mit dem Masterplan? Rathauschefin Söllner erhofft sich möglichst konkrete Vorschläge für die Entwicklung der 9000-Einwohner-Gemeinde. So haben die Speer-Planer als ein Manko den Verlust von 500 Arbeitsplätzen in den letzten zehn Jahren identifiziert, aber auch eine große Nachfrage nach Wohnungen. Da werde es sicher um die Erschließung weiterer Flächen gehen, so Söllner – aber auch um neue Wohnformen für Jung und Alt.

Weitere Themen sind die Belebung der Ortskerne und eine bessere Verknüpfung der beiden Ortsteile Niederhofheim und Oberliederbach. Darüber können die Liederbacher demnächst auf einem weiteren Bürgerforum diskutieren. Der fertige „Masterplan“ soll dann im Frühsommer vorliegen.

Stadtplaner Albert Speer wird am Sonntag, 15. Januar, ab 11.15 Uhr beim Neujahrsempfang in der Liederbachhalle, Wachenheimer Straße 62, über die Rolle Liederbachs in der Rhein-Main-Region sprechen.

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