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Liederbach Chinesen kaufen Villa im Park

Die Chinesen kommen: Das Generalkonsulat verlegt seine Handelsabteilung von Frankfurt nach Liederbach. Von Andrea Rost

Die Liederbacher Villa im Park. Foto: FR/Müller

Interesse an der imposanten Immobilie vor den Toren Frankfurts hatten die chinesischen Diplomaten schon vor gut drei Jahren signalisiert. Bereits ihr Amtsvorgänger Gerhard Lehner habe dazu Gespräche geführt, sagte Bürgermeisterin Eva Söllner (CDU) der Frankfurter Rundschau. Jetzt ist der Deal perfekt: Die Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulates der Volksrepublik China wird ihren Sitz vom Frankfurter Westend nach Liederbach verlegen und hat zu diesem Zweck vor wenigen Tagen die Villa im Park gekauft. Der Umzug ist für das kommende Jahr geplant, vorher wird das fast 100 Jahre alte, unter Denkmalschutz stehende Gebäude renoviert. Und es muss ein Zaun rund um das weitläufige Areal gezogen werden. Aus Sicherheitsgründen ist das vorgeschrieben.

"Wir sind froh und erleichtert, dass der Bestand der historischen Villa mitsamt Park durch das Engagement des chinesischen Generalkonsulats für die Zukunft gesichert ist", sagt Söllner. Der Umzug der Handelsabteilung nach Liederbach sei aber auch ein "schönes Signal " für die Gemeinde als Wirtschafts- und Gewerbestandort. "Die Aufmerksamkeit wird damit auf uns gelenkt. Die Botschaft lautet: Liederbach ist genau so gut wie Frankfurt."

Im Sog des Umzugs der Chinesen würde die Verwaltungschefin gerne weitere Unternehmen nach Liederbach holen; die Gemeinde sei nicht nur ausgesprochen verkehrsgünstig und nahe am Flughafen gelegen, sie habe sogar die selbe Telefonvorwahl wie Frankfurt, argumentiert Söllner.

Der Gewerbesteuerhebesatz liegt in Liederbach bei 295, freie Büroflächen gibt es noch im Gewerbepark. Und am Sindlinger Weg, vis à vis von Liederbachs größtem Gewerbesteuerzahler Coca Cola, sind 20 000 Quadratmeter bereits als Gewerbefläche ausgewiesene. Sie müssen noch überplant werden. "Da haben wir Platzreserven", sagt Söllner.

Dieter Strametz, dem die Villa im Park bis von wenigen Tagen gehörte, ist mit seiner mittlerweile auf 15 Mitarbeiter verkleinerten Personalberatungsfirma in den Liederbacher Gewerbepark gezogen. 1999 hatte er das denkmalgeschützte Ensemble von der Hoechst AG gekauft und rund 1,5 Millionen Euro in die Renovierung gesteckt. Nicht alle Räume konnte Strametz selbst nutzen, die Vermietung lief allerdings nur schleppend.

Seit drei Jahren wurde die Villa im Park deshalb zum Verkauf angeboten. Mit dem chinesischen Generalkonsulat habe nun ein Interessent der ersten Stunde den Zuschlag erhalten, sagte Strametz der FR.

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