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Kriftel Erdbeeren frisch vom Feld

Die Saison ist eröffnet. Doch das kalte Wetter verzögert auch im Erdbeermekka Kriftel die Reifung der roten Früchtchen. Von Andrea Rost

Die Erdbeersaison in Kriftel ist eröffnet. Foto: dpa

Es regnet in Strömen, der Boden ist tief und matschig, ein kühler Wind fegt übers Feld. Dort hängen, noch ein wenig blass, Erdbeeren der Sorten Diana, Da Royal und Clery Select. Nicht gerade frühlingshaft war das Wetter, als gestern in Kriftel die hessische Erdbeersaison offiziell eröffnet wurde.

Berthold Heil, Ortslandwirt und Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes für Erwerbsobstbau, will trotzdem nicht klagen. Seit Ende vergangener Woche sind auf seinen Erdbeerfeldern die Erntehelfer im Einsatz. Die ersten Schälchen mit frischen Erdbeeren - das Pfund für 3,50 Euro - wurden an Pfingsten bereits verkauft. Gestern haben die Pflücker wieder gearbeitet, bis um 11 Uhr der Regen einsetzte.

Berthold Heil ist zuversichtlich: "Das kann noch eine gute Ernte werden, man muss abwarten." Später als in anderen Jahren seien die Erdbeeren diesmal reif, sagt Berthold Heil. Die kühle Witterung sei daran schuld. Außerdem gab es ein paar Frostnächte im April. "Da sind die Blüten zum Teil erfroren."

Nur zum Teil sind in Kriftel die Erdbeerfelder mit Folien abgedeckt. Heil nennt die Risiken: Starker Wind im Frühjahr könne die Planen zerfetzen; wenn es zu warm ist, müssten die Felder ab- und später wieder zugedeckt werden. "Das ist ein Riesenaufwand, der oft nicht lohnt." Ohnehin sei es problematisch, die Erdbeerernte allzu sehr nach vorne im Jahr zu ziehen, weil später Frost die Mühe am Ende wieder zunichte machen könne.

In Kriftel bauen zehn Landwirte auf rund 20 Hektar Erdbeeren an. Etwa die Hälfte der Ernte wird über die Genossenschaft an Supermärkte verkauft. Doch die Preise sind niedrig, deshalb verkaufen die Bauern die Erdbeeren lieber ab Hof oder an den Ständen, die während der Erntezeit an der Landesstraße 3011 gegenüber dem Krifteler Gewerbegebiet und an der alten Elisabethenstraße in Richtung Hofheim-Nord aufgebaut sind.

80 Erntehelfer werden bis Ende Juni in Kriftel die roten Früchte vom Feld pflücken. Die meisten kommen laut Berthold Heil aus Polen, auch ein paar türkische Hausfrauen sind darunter.

Trotz des "nicht so eleganten Wetters" kamen gestern zur Eröffnung der Erdbeersaison auch Gäste aus Wiesbaden nach Kriftel. Hessens Agrarstaatssekretär Mark Weinmeister probierte leckeren Erdbeerkuchen und appellierte an die Verbraucher, heimisches Obst zu kaufen und damit die hessischen Betriebe zu unterstützen. Kurze Wege sprächen für Waren aus der Region. "Reif geerntete Erdbeeren sind sehr druckempfindlich. Deshalb ist es besser, Früchte zu kaufen, die keine langen Transportwege hinter sich haben."

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