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Kelter-Tour durch den Taunus Dem Ebbelwei ganz nah

Bei der zehnten Kelter-Tour im Taunus stehen die Besucher selbst an der Saftpresse

Pressearbeit in Kelkheim: Äpfel werden zu Saft. Foto: Michael Schick

Wenn es ums Stöffsche geht, gehen die Meinungen auseinander. Ob mit oder ohne Quitten, einer alten oder neuen Apfelsorte oder dem Trierer als Ersatz für den Speierlingssaft. „Auf die Mischung kommt’s an“, sagt Obstbauer Heinz Bender vom Kelkheimer Gasthaus Zum Taunus. Aber am Wichtigsten ist: „Man muss sich dem Stöffsche öffnen, um ihm näherzukommen.“

Wie könnte das besser gehen als bei der zehnten Kelter-Tour des Vereins Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute. Zum runden Geburtstag öffnen am Sonntag, 23. September, sechs Betriebe im Main-Taunus- und vier im Hochtaunuskreis ihre Türen und laden zu Traktorfahrten auf die Streuobstwiesen, zur Apfelernte, zum Selbstkeltern und zur Apfelwein- und Apfelsaft-Verkostung ein. „Wir wollen vor allem Kindern zeigen, wie der Apfel in die Flasche kommt“, erklärt der Geschäftsführer des Vereins, Klaus Christof Kauker.

An allen zehn Stationen dürfen die Besucher keltern, doch viele Betriebe haben sich noch weitere Besonderheiten einfallen lassen. Der Gartenbauverein Fischbach stellt auf dem Rettershof zwischen Fischbach und Königstein extra eine kleine Kelter zur Verfügung, an der die jungen Gäste unter Anleitung frischen Süßen herstellen dürfen. Margret Schielar vom Gimbacher Hof in Kelkheim lädt ein zu einer Rundfahrt mit dem Planwagen. Es gibt Ponyreiten, einen Streichelzoo mit Hasen und einen Erntefestmarkt.

Der Ernte-Ausflug ins „Schäfer-Jakobs-Apfelland“ war in den vergangenen Jahren so beliebt, dass Wirt und Kelterer Heinz Bender um baldige Anmeldung bittet (06195/911234). Beim Obstgut Stamm in Bad Soden wird die Obstbrennerei vorgeführt und Fruchtsecco ausgeschenkt. Bei der Eschborner Kelterei Roth gibt’s nicht nur die berühmte selbstgemachte Bratwurst, Kinder dürfen dort auch Kürbisse bemalen. Zum 20.Geburtstag des Vereins Main-Taunus-Streuobst findet zudem in den Weilbacher Kiesgruben und am Naturschutzhaus ein Apfelmarkt mit vielen Mitmachaktionen statt.

Im Hochtaunuskreis laden die Kelterhalle des Obst- und Gartenbauvereins Mammolshain, die Kelterei Herberth in Kronthal und Obstbau Krieger ein. In Bad Homburg wird zugleich Am Platzenberg der siebte Apfeltag ausgerufen. Besonderer Gast ist ein Schäfer mit seiner Herde.

Für die teilnehmenden Betriebe ist die Kelter-Tour mehr als Eigenwerbung, erklärt Heinz Bender, der in Kelkheim 1200 Apfelbäume besitzt. „Wir wollen eine Tradition erhalten und die alten Obstgürtel rund um die Städte aktivieren.“ Das Interesse am Obstanbau sei zwar in den vergangenen 40?Jahren zurückgegangen, erlebe aber seit kurzem ein Revival. Immer mehr junge Familien pachteten Teile von Streuobstwiesen oder übernähmen Baumpatenschaften. Viele brachliegenden Flächen würden renaturiert.

In diesem Jahr fällt deren Ernte allerdings deutlich geringer aus als im Super-Apfeljahr 2011. Wegen der vielen Bodenfröste seien im Schnitt 30 Prozent der Blüten erfroren, sagt Klaus Christof Kauker. Bei Margret Schielar vom Gimbacher Hof sogar gut 80 Prozent. „Vor allem die Frühblüher hat’s erwischt“, sagt sie.

Einen Überblick über alle Stationen der Kelter-Tour am Sonntag, 23.September, 10 bis 18 Uhr, gibt’s im Internet unter www.apfelweinroute-mtk.de

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