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Kelkheim Mehr Platz fürs Stadtmuseum

Eine Initiative wirbt für einen Bürgerentscheid gegen den Abriss des Pfarrzentrums Sankt Franziskus. Abgestimmt wird am 28. Oktober, dem Tag der Landtagswahl.

Stadtentwicklung in Kelkheim
Das 40 Jahre alte katholische Pfarrzentrum Sankt Franziskus. Foto: Michael Schick

Die 4185 Unterschriften für das Bürgerbegehren gegen den Abriss des 40 Jahre alten katholischen Pfarrzentrums Sankt Franziskus in der Feldbergstraße waren schnell gesammelt. Keine vier Wochen hätten die ehrenamtlichen Helfer dafür gebraucht, sagt Thomas Zellhofer von der Bürgerinitiative Kelkheim 2018. Doch er weiß: Für den Bürgerentscheid am 28. Oktober, bei dem sich nicht nur die Zukunft des Gemeindezentrums in Hornau, sondern auch die des Kelkheimer Stadtmuseums entscheiden wird, braucht es noch einige Befürworter mehr.

Mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten, nach heutigem Stand rund 5600 Kelkheimer, müssen dann für den Erhalt des Pfarrzentrums und den Museumsumzug von der Frankfurter Straße in die Feldbergstraße stimmen. Nur so kann der Parlamentsbeschluss aufgehoben werden, wonach das Pfarrzentrum abgerissen wird und Platz machen soll für neue Wohnungen. Die Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative (UKW) und die FDP hatten dies vor Monaten in der Stadtverordnetenversammlung entschieden.

In den nächsten Wochen will die Bürgerinitiative deshalb noch einmal kräftig die Werbetrommel für ihr Anliegen rühren. 250 Plakate sollen von Samstag an im gesamtenStadtgebiet hängen, dazu fünf Banner an den Ortseingängen. Der Slogan „Kein Abriss... sondern Sanierung des ehemaligen Pfarrzentrums. Stimmen Sie mit Ja“, prangt auch auf Bierdeckeln und Notizblöcken, die an Infoständen verteilt werden. Gut 20 000 Euro wird die Initiative am Ende in die gesamte Kampagne investiert haben. Fünf Informationsveranstaltungen zum Bürgerentscheid wird es geben, am 23. Oktober wird dazu auch Hessens Kultusminister Boris Rhein (CDU) in die Stadthalle kommen. Die Parlamentsfraktionen von CDU und SPD unterstützen den Bürgerentscheid ebenso wie die Kelkheimer Seniorenunion und der geschäftsführende Vorstand des Museumsvereins.

An ein Scheitern glaubt niemand in der Bürgerinitiative. Schließlich könnte das Pfarrzentrum nach seiner Sanierung zum Kulturzentrum werden, in dem auch das Kelkheimer Museum deutlich mehr Platz finden und damit weit über die Stadtgrenzen hinaus Bedeutung erlangen könne, argumentieren Thomas Zellhofer und seine Mitstreiter. „Wir haben nicht nur eine Ausstellung zur Kelkheimer Möbelgeschichte, sondern leisten mit Exponaten über die Familie von Gagern auch einen Beitrag zur deutschen Demokratiegeschichte“, sagt Christa Wittekind.

Die Finanzierung von Sanierung und Umbau des Pfarrzentrums sei ebenfalls so gut wie gesichert, betont Reinhard Herr von der BI. 860 000 Euro seien in der Bedarfsplanung der Stadt für das Pfarrzentrum bereits vorgesehen. Die Differenz auf 1,2 Millionen Euro, die die Sanierung laut Architekten am Ende kosten wird, könne durch Sponsoren und einen Zuschuss des Main-Taunus-Kreises aufgebracht werden. Landrat Michael Cyriax (CDU) hatte das Museum bereits als ein Projekt genannt, das aus dem neu aufgelegten Kommunalinvestitionsfonds gefördert werden könne.

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