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Kelkheim Der Liederbach soll in sein altes Bett

Für die Renaturierung des Liederbachs im Kelkheimer Stadtgebiet gibt es Geld vom Land Hessen. Der Magistrat hat bereits den Planungsauftrag vergeben, nun muss noch der Genehmigungsplan eingereicht werden.

07.04.2011 14:48
Daniel Waldschik
Der stark regulierte Liederbach, hier Ecke Mühlstraße/Weberstraße, soll renaturiert werden. Foto: Monika Müller

Für die Renaturierung des Liederbachs im Kelkheimer Stadtgebiet gibt es Geld vom Land Hessen. Der Magistrat hat bereits den Planungsauftrag vergeben, nun muss noch der Genehmigungsplan eingereicht werden.

Geschmeidig und ruhig schlängelt sich der Liederbach an den Erlen und Weiden am ehemaligen Vario-Gelände vorbei. Gerade hüpft eine Wasseramsel auf Futtersuche von Stein zu Stein. Nachdem unterhalb der Steinbrücke im Jahr 2005 mit der Renaturierung des Bachlaufs ein naturnaher Lebensraum geschaffen wurde, ist der Vogel hier wieder häufiger anzutreffen. Ein Bild, das nicht nur die Herzen von passionierten Naturfreunden höher schlagen lässt.

Jetzt ist das vorletzte Teilstück entlang der Mühlstraße an der Reihe. Wie Kelkheims Bürgermeister Thomas Horn (CDU) mitteilt, ist die Renaturierung des Liederbachs in diesem Bereich gerade in Planung. Das Projekt ist ein Teil der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie und von anderen Maßnahmen des Hochwasserschutzes.

Da der Bebauungsplan noch nicht steht, will Horn über Details noch nicht allzu viel erzählen. Klar sei allerdings: Bevor der Liederbach in Höhe der Mühlstraße unter der Polsterei und dem Sägewerk verschwindet, soll er in östlicher Richtung umgelegt werden. Dadurch kommt er in seinen natürlichen Verlauf zurück. Zudem erhält er ein breiteres Bett, was seine Fließgeschwindigkeit erheblich vermindern soll. Auch die Überschwemmungsgefahr bei heftigem Regen oder einer längeren Schneeschmelze wird so reduziert.

An das letzte große Hochwasser in Kelkheim kann sich Manfred Guder vom Kelkheimer Ortsverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland gut erinnern. „1981 hatten wir hier ein sogenanntes 50-Jahre-Hochwasser“, erzählt er. „Damals lief das Wasser bis in die Stadtmitte“, sagt Guder und spekuliert, dass die Tiefgaragen, die heute dort stehen, wohl komplett vollgelaufen wären.

Geld aus dem Fördertopf

Die Kosten für das Projekt schätzt Bürgermeister Thomas Horn auf 2,5 Millionen Euro. Dabei rechnet er mit einer finanziellen Förderung durch das Land Hessen in Höhe von 80 Prozent. Die Stadt habe dann „nur noch“ 500 000 Euro zu stemmen. Um an die Gelder aus dem Fördertopf zu kommen, müsse noch der Genehmigungsplan eingereicht werden.

Bis Ende des Jahres habe man dafür Zeit. Da für den Bürgermeister, wie er es ausdrückt, das Projekt „eine Herzensangelegenheit“ ist, will man sich bei der Bearbeitung beeilen. Den Planungsauftrag mit einem Volumen von rund 80 000 Euro hat der Magistrat jüngst vergeben.

Möglichen Grundstückskäufen im Bereich des Teilstücks sieht der Rathauschef übrigens positiv entgegen. „Wir wissen, dass sich ein paar Bürger dort ein idyllisches Kleinod erschaffen haben“, versteht er die Aufregung so manchen Kleingärtners. Da das Projekt neben Hochwasserschutz zugleich eine Aufwertung des Stadtbildes und der Lebensqualität bedeutet, ist Horn aber überzeugt, mit allen Betroffenen eine „einvernehmliche Lösung für alle erarbeiten zu können“.

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