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Immobilie Hofheim Gerüchte von der Straße

Haben hauptamtliche Hofheimer Magistratsmitglieder private Kontakte zu den Besitzern des Hotels am Rosenberg? Linkenvertreter Bernd Hausmann fragt in einem Antrag ans Parlament nach. Das sorgt für Empörung.

Das Hotel Am Rosenberg ist zu klein zum Überleben, sagen die Eigentümer. Foto: Michael Schick

Die Frage ist kurz und prägnant: Haben beziehungsweise hatten hauptamtliche Mitglieder des Magistrats der Stadt Hofheim am Taunus über ihre dienstlichen Kontakte mit Herrn Hans-Josef Vogler hinausgehende private Kontakte zu dem Ehepaar Vogler? Insbesondere: Fanden solche Kontakte in Amerika statt?, will Linkenvertreter Bernd Hausmann in einer großen Anfrage an die Stadtverordnetenversammlung wissen. Zuvor hatte Hausmann bereits Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) schriftlich gefragt, ob sie während ihrer Urlaube in Amerika den Besitzer des Hotels am Rosenberg getroffen habe, beziehungsweise ob ihr von ihm oder dessen Firmen irgendwelche Vorteile gewährt wurden. Als er keine Antwort bekam, verschickte er die Anfrage auch an die Presse.

Gisela Stang wehrt sich

Strafbar hat sich Bernd Hausmann damit zwar nicht gemacht, aber der Anwurf sei knapp unter der Gürtellinie, sagte Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater (CDU), der selbst von Beruf Rechtsanwalt sit, gestern vor der Presse. Hausmann baue seinen Verdacht lediglich auf einem Gerücht auf, jemand habe ihm uff de Gass darauf angesprochen. Wenn man Gerüchte öffentlich macht, ist man verpflichtet, Beweise dafür vorzulegen, findet Vater. Andernfalls würden Personen unverschuldet in Misskredit gebracht.

Gisela Stang selbst hält Hausmanns Vorgehen für hochgefährlich, spricht von Unkultur und perfider Strategie, gegen die man sich juristisch nicht wirklich zur Wehr setzen könne. Die nachträgliche Aufregung um ihren Besuch bei Hans-Josef Vogler im Jahr 2005 könne sie nicht verstehen, sagte die Sozialdemokratin. Sehr breit habe sie davon erzählt, dass sie die US-Immobilienfirma des Hofheimer Hotelbesitzers damals bei einem Zwischenstopp auf den Weg in den Urlaub besucht, Vogler und seine Frau aber nicht angetroffen habe. Der jetzige Geschäftsführer des Hotels, Uwe Stelter, habe sie damals vom Flughafen abgeholt und durch die Büroräume geführt. Als Hofheimer Bürgermeisterin habe sie sich ein Bild von den Unternehmungen Voglers machen wollen, sagt Stang.

Alles selbst bezahlt

Mit Hans-Josef Vogler und seiner Familie verbinde sie keinerlei private Beziehung oder gar Freundschaft. Direkte oder indirekte Vorteile habe sie von ihm nicht erhalten. Sie verbringe seit 1999 alle Jahresurlaube mit ihrem Lebensgefährten auf dessen von seinem Onkel geerbten Boot auf den Bahamas. Jeder Urlaub, jeder Flug und jede Hotelübernachtung wurden von mir selbst bezahlt, versichert Stang. Mit dem von Hausmann zitierten Transparenzgesetz habe dessen Anfrage nichts zu tun, findet Stang. Im Gegenteil: Ein solches Vorgehen lähmt die Diskussion in der Stadt.

Bernd Hausmann indes fühlt sich absolut im Recht. Es sei seine Pflicht als Abgeordneter, Kontrollfunktion gegenüber dem Magistrat auszuüben, sagte er der FR. Für diesen wiederum bestehe Auskunftspflicht gegenüber den Parlamentariern. Wenn ich keine Antwort bekomme, bohre ich nach, wie jeder gute Kommissar. Je mehr gemauert wird, desto eher wächst bei mir der Verdacht, dass da etwas nicht sauber gelaufen ist.

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