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Idyllen mit Botschaft

Kelkheim Manfred Guder zeigt „Vier Jahreszeiten“ in der Alten Kirche / Auktion zugunsten der Kulturgemeinde

29.05.2013 22:20
Gut verpackt: Manfred Guder und seine Christo-Hommage. Foto: Rolf Oeser

Als BUND-Sprecher ist Manfred Guder ein streitbarer Kämpfer für die Interessen des Naturschutzes. Wenn er ein Bild malt, bevorzugt er hingegen den romantischen Blick. Was für ihn jedoch kein Widerspruch ist, sondern erst ein Ganzes ergibt.

„Ich will das Schöne bewahren“, sagt Guder. Früher habe er schon mal im expressionistischen Stil gemalt, schildert er. Aber dann habe er sich dem Naturalismus zugewandt. „Ich will zeigen, wie attraktiv die Taunuslandschaft ist“, betont Manfred Guder. „Und dabei authentisch sein.“ Deshalb ist er für ein Bild, das den Blick von Kronberg aus in die Mainebene festhält, mindestens fünf Mal auf das Burgplateau zurückgekehrt, bis jedes Detail stimmte. Zu sehen ist das Gemälde nun in seiner aktuellen Ausstellung „Die vier Jahreszeiten“.

„Ich wollte beweisen, dass es ohne fotografische Hilfsmittel geht“, sagt Guder. Allerdings hat er keine grundsätzliche Abneigung gegen technische Hilfsmittel. „Da habe ich mit der Kamera bis zu den Knien im Wasser gestanden“, beschreibt er etwa die Entstehung seines Aquarells, auf dem die Wickerbach-Mündung und das Opel-Kraftwerk zwischen Flörsheim und Rüsselsheim zu sehen sind.

Weitere Anklänge an das Industriezeitalter finden sich in der neuen Ausstellung aber nicht. Es dominiert die Idylle, die der Maler rund um die Kelkheimer Sehenswürdigkeiten wie Rettershof und Kloster genauso findet wie an den Eschbacher Klippen oder dem Bad Homburger Schloss.

Ganz ohne eine kleine Provokation geht es bei ihm dann aber doch nicht. Weil er sich darüber geärgert hat, dass die schwarz-gelbe Koalition der Kulturgemeinde den städtischen Zuschuss zusammengestrichen hat, will er einen öffentlichen Kontrapunkt setzen. Während der Finissage am 9. Juni versteigert Guder eines seiner Bilder zu Gunsten der Kulturgemeinde.

Dabei handelt es sich ausnahmsweise um ein Werk, bei dem die Fantasie den Pinsel geführt hat. Zu sehen ist das Rathaus – so, als sei der Aktionskünstler Christo in Kelkheim zu Besuch gewesen. „Ich habe mir gedacht, ich mache unser Rathaus mal zum Reichstag“, sagt Guder. (twe.)

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 9. Juni, in der Alten Kirche Hornau, Rotlintallee, zu sehen. Geöffnet ist mittwochs von 15-18 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags von 11-18 Uhr.

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