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Hofheim Weltladen vergrößert sich

Der Hofheimer Weltladen zieht in die Altstadt. Neueröffnung ist am 13. Oktober.

Weltladen in Hofheim
Matthias Henrich im neuen Laden in der Burgstraße, der gerade umgebaut wird. Foto: Michael Schick

Bis vor ein paar Wochen wurde im Geschäft in der Burgstraße 16 noch Mode verkauft. Jetzt ist der Laden geschlossen und braunes Packpapier, das an den Schaufenstern klebt, versperrt den Blick ins Innere. Hinweisschilder kündigen allerdings bereits eine Neueröffnung an: In wenigen Tagen wird hier der Hofheimer Weltladen fair gehandelte und nachhaltig produzierte Waren zum Verkauf anbieten. Er zieht von der Oberen Hauptstraße in die weitaus bessere Innenstadtlage. 

Die Handwerker arbeiten fleißig. Regale in hellbraunem Holz werden montiert. Die Verkaufstheke steht auch schon. Berater des Fair-Trade-Importeurs Gepa und Architekten haben die Einrichtung speziell für Weltläden konzipiert. Hergestellt werden die Möbel in den Behindertenwerkstätten in Bethel. 

Matthias Henrich, Vorsitzender des Hofheimer Vereins Faire Welt, kommt mehrmals täglich vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Seiner Familie gehört das Haus in der Altstadt, in das der Weltladen Mitte Oktober einzieht. „Bei der Miete arrangieren wir uns, das wird ein Freundschaftspreis“, sagt der 56-Jährige, der selbst einen renommierten Glasereifachbetrieb in dritter Generation in Hofheim führt. Im Verein Faire Welt engagiert sich Henrich bereits seit dessen Gründung im Jahr 1981. Ebenso lange gebe es den Weltladen, erzählt er. „Mit allen Höhen und Tiefen.“

An drei verschiedenen Standorten in der Main-Taunus-Kreisstadt war der Laden bereits angesiedelt. In den vergangenen 20 Jahren wurden die fair gehandelten Produkte im ehemaligen Gasthof Landsberg in der oberen Hauptstraße verkauft. 2009 hätte der Verein den ausschließlich mit Ehrenamtlichen betriebenen Laden fast aufgegeben. „Damals hat Alnatura einen Markt in Kriftel aufgemacht und bei uns ist der Umsatz von einem Tag auf den anderen um 30 Prozent eingebrochen“, erinnert sich Henrich. Am Ende gaben er und seine Mitstreiter doch nicht auf, bauten das Geschäft um, verstärkten das Team der ehrenamtlichen Helfer und konnten den Umsatz wieder deutlich nach oben schrauben. 

Mittlerweile sei die Obere Hauptstraße keine Einkaufsmeile mehr, sagt Henrich. Die Großbaustelle rund um das ehemalige Kaufhaus Diener sorge zudem für Lärm und Staub. Deshalb sind alle froh, dass der Weltladen am 13. Oktober in der Burgstraße und damit direkt in der Hofheimer Altstadt neu eröffnet werden kann. Noch bis zum morgigen Samstag dauert der Abverkauf in den alten Räumen. In der kommenden Woche bleibt der Weltladen geschlossen. Danach geht es in der Burgstraße los – auf einer größeren Fläche und mit einem erweiterten Sortiment. 

Verkauft werden fair gehandelter Kaffee und Tee, Honig, Gewürze, Weine und Süßwaren wie beispielsweise Schokolade aus Afrika. Außerdem gibt es im Weltladen schöne Geschenke – Geldbörsen, Taschen, Schals, kleine Skulpturen, Keramikschalen und -vasen – alles ohne Plastik, alles naturnah hergestellt.

„Die Kunden mögen das, das Interesse an Fair-Trade-Produkten ist groß in Hofheim“, sagt Matthias Henrich. Erstmals will der Verein im neuen Weltladen auch eine kleine Kaffeebar einrichten und fair gehandelten Biokaffee ausschenken. 

Den Herstellern und Lieferanten der auf anderen Kontinenten zu fairen Bedingungen produzierten Waren böten die Weltläden, von denen es in Deutschland 900 gibt, die Möglichkeit, hier Fuß zu fassen. „Anders könnten sie den Markteintritt nicht schaffen“, sagt Henrich. Weil die gesamte Arbeit im Laden ehrenamtlich erledigt wird, können Gewinne in Projekte investiert werden. Beispielsweise würden alleinstehende Mütter in Tibet unterstützt, berichtet Henrich. Die Nomadenhilfe kauft dort für Frauen und ihre Kindern Yaks, damit sie ihren Lebensunterhalt alleine bestreiten können. 

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