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Hofheim Stolpersteine Stolpersteine für Nazi-Opfer

An drei Orten in der Hofheimer Innenstadt erinnern nun Stolpersteine an Opfer des Nationalsozialismus. Seit 2008 hat der Künstler Gunter Demnig insgesamt 84 Stolpersteine im Hofheimer Stadtgebiet verlegt.

Der Künslter Gunter Demnig. Foto: Ilona Surrey

An drei Orten in der Hofheimer Innenstadt hat der Künstler Gunter Demnig gestern Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Die Messingplatten mit den Namen sind jeweils vor dem letzten freiwilligen Wohnort der ehemaligen jüdischen Mitbürger verlegt.

Vor dem Haus Burgstraße 8 wurde ein Stolperstein für Ferdinand Schwarz in den Gehweg eingelassen. Der 22-Jährige hatte seit Mitte der 1930er Jahre in Hofheim gelebt und in der Maßschneiderei Allmeier in der Neugasse eine Lehre zum Schneider begonnen, ehe er nach Frankfurt ziehen musste und 1942 nach Majdanek verschleppt und dort ermordet wurde.

An Eduard Wieseneck erinnert ein Stolperstein, den Gunter Demnig vor dem Haus Am Alten Bach 2 – 4 (ehemals Mühlgasse 4) verlegte. Wieseneck wurde 1886 in Langen geboren und zog 1901 mit seiner Mutter nach Hofheim. Als Beruf wird für ihn in der Einwohnermeldekartei Kaufmann angegeben. Als Soldat nahm er am Ersten Weltkrieg teil, seit 1937 hatte er kein eigenes Einkommen mehr. Nachdem das Haus in der Mühlgasse, das seinen Verwandten gehörte, verkauft worden war, zog er 1939 nach Frankfurt. Im September 1942 wurde er von dort nach Theresienstadt deportiert und später nach Auschwitz verschleppt, wo er 1943 starb.

Von der Heilanstalt ins Gas

Der dritte Stolperstein wurde gestern vor dem Haus in der Kurhaushausstraße 53 verlegt. Dort wohnte zwischen 1928 und 1938 Adele Lippmann. In den 1930er Jahren war sie schon einmal in der jüdischen psychiatrischen Anstalt in Sayn untergebracht, 1938 zog sie in die Heilanstalt Eichberg, die später zur Durchgangsstation wurde für Kranke, die in den Gaskammern der Tötungsanstalt Hadamar umgebracht werden sollten. Ob dies auch das Schicksal von Adele Lippmann war, lässt sich heute nicht mehr feststellen. Wann sie starb, ist unbekannt.

Seit 2008 hat Gunter Demnig im Hofheimer Stadtgebiet 84 Stolpersteine verlegt – jeweils 30 in der Kernstadt und in Wallau, 21 in Diedenbergen sowie zwei in Marxheim und einen in Langenhain.

Begonnen hat die Stolperstein-Aktion im Jahr 1997. Inzwischen liegen mehr als 35.000 Messingplatten, die an Holocaust-Opfer erinnern, in über 650 deutschen Orten und im angrenzenden Ausland.

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