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Hofheim Sparfüchse mögen die LED

Zwölf junge Forscher der Main-Taunus-Schule bringen Licht ins Dunkel der Sparlampen

Dieter Hoffmann und seine AG sind von LED überzeugt. Foto: Storch

Die Energiesparlampe sei gar nicht ökologisch; das „Glühbirnenverbot“ eine Bevormundung. Und die Lösung für echte Energieeffizienz seien LED-Röhren. Zu diesem Schluss kam die Naturwissenschafts-AG der Main-Taunus-Schule (MTS).

Seit der stufenweisen Abschaffung der Glühbirne durch die EU ab September 2009 beschäftigen sich zwölf junge Forscher zusammen mit dem Chemielehrer Dieter Hoffmann mit dem Thema Energie-Effizienz und suchen in der MTS nach Einsparmöglichkeiten elektrischer und thermischer Energie. Mit ihren Ergebnissen tritt die Gruppe am Freitag, 2.März beim Naturpur-Award an.

Flora Kahlhöfer (20) ist von Anfang an dabei. Inzwischen hat sie ihr Abitur in der Tasche und studiert Medizin in Frankfurt. Für dieses Projekt kam sie noch einmal in die Schule. Sie erzählt, wie es begonnen hat: „Wir haben zunächst verschiedene Lichtquellen verglichen.“ Mit Messgeräten wurden sie auf Effizienz, Giftstoffe, Lichtqualität, Emission von Elektrosmog und Entsorgbarkeit untersucht. „Wir stellten fest, dass nicht die sogenannten Energiesparlampen am effizientesten sind, sondern LED-Lampen. Sie bringen mehr Leistung bei weniger Energieverbrauch und sind am umweltfreundlichsten.“

Mit Wärmebildkamera unterwegs

Die Gruppe rechnete aus, ob sich ein Umstieg auf LED für die Schule lohnt. „In Fluren, wo 1900 Leuchten von morgens bis abends brennen, würden die Stromkosten um die Hälfte reduziert“, sagt die Biochemiestudentin Mareike Dörr (20). Allerdings seien LED-Lampen teuer in der Anschaffung.

Die Schüler und Studenten untersuchten zudem die Schule mit einer Wärmebildkamera. Auf den Bildern ist deutlich zu erkennen, dass an den alten Fenstern des Schulgebäudes aus den 70er Jahren Wärme verloren geht. „ Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf“, erklärt Till Langbein (19). Das wisse auch der Schulträger, doch außer LED-Röhren in Bücherei und Umkleidekabinen sei bisher wenig passiert: „Die haben einfach kein Geld zum Geld sparen“, sagt Dörr und schmunzelt.

Nach ihren Forschungen zum Thema Energie-Effizienz und durch ihr übergeordnetes Ziel, der Klimastabilisierung, scheint die Gruppe desillusioniert zu sein. „ Was bei uns an Emissionen eingespart wird, schleudern andere Länder wieder raus“, sagt Hoffmann, „Sechs Prozent mehr CO2 weltweit allein im Jahr 2010.“

Hoffmann findet zudem das Verbot der Glühbirne unnötig: „Ich möchte selbst entscheiden, was ich kaufe. Es setzt sich ohnehin das sparsamere Produkt durch.“ Zur Erinnerung an die Glühbirne hat die Gruppe ihr ein „Leuchtmal“ errichtet: Eine Pyramide aus Glühbirnen, mit LED-Lampen beleuchtet.

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