Lade Inhalte...

Hofheim Ran an den Job

Zwei Berufseinstiegsbegleiter unterstützen Hauptschüler an der Gesamtschule

25.02.2012 21:58
Von Oliver Heil

Es gibt einfach in der Hauptschule viele Schüler, denen fällt das schwer, die bekommen auch zu Hause wenig Unterstützung bei den Bewerbungen.“ Und weil Schulleiter Rolf Richter das auch für seine Gesamtschule Am Rosenberg festgestellt hat, ist er froh über die zwei Berufseinstiegsbegleiter, die hier tätig sind.

Anita Mwabasi und Hamid Hadouch sind keine Lehrer . Und das, findet Richter, sei ein Vorteil. „Sie kommen von außen, haben einen ganz anderen Zugang zu den Jugendlichen und keine Lehrerbrille auf.“ Sonst sei intensive Einzelbetreuung gar nicht möglich. Mwabasi und Hadouch sind vom Internationalen Familienzentrum Frankfurt und haben ein Büro in der Schule. Sie sorgen dafür, dass Schüler mit schlechten Aussichten einen Abschluss bekommen und – wenn möglich – einen Ausbildungsplatz. Viele Schüler betreuen sie noch im ersten Jahr der Ausbildung, wenn es nötig und gewünscht ist. Seit drei Jahren unterstützen Berufseinstiegsbegleiter in Hofheim Lehrer, Schüler und Eltern. Die Hilfe zahlt sich aus. Von jeweils 30 Schülern, die in den beiden letzten Jahren die Hilfe von Hadouch und Mwabasi angenommen haben, verließ kein einziger die Schule ohne Abschluss. „Das ist nicht nur eine ganz wichtige Entlastung für uns , sondern für die ganze Gesellschaft, weil die Schüler nicht ins Ungewisse entlassen werden“, sagt Richter.

Schülern Orientierung bieten

„Es geht um die Vermittlung von Kompetenzen“, erklärt Betreuer Hamid Hadouch. Um die Bewerbung zum Beispiel, um das Auftreten, und natürlich sollen sich auch die Schulnoten verbessern. Die beiden geben den Schülern Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. „Die kennen ja nur einen Bruchteil der Berufe“, sagt Hadouch. „Alle kennen Kfz-Mecha-troniker, aber kaum einer kennt Zerspanungsmechaniker.“ Fester Bestandteil sei die zweitägige Kompetenzfeststellung. „Da können wir auch Sachen prüfen, die nichts mit der Schule zu tun haben.“ Da müssen die Schüler etwa ein Blatt mit einem scharfen Messer durchtrennen. „Wir schauen wir auf das Geschick, auf Genauigkeit und natürlich: Wie gehen die Schüler mit dem gefährlichen Werkzeug um.“ Und es geht um die Vermittlung von Sozialkompetenz. Projekt-Teilnehmerin Gülfer Kol (16), die im Sommer eine Ausbildung als Zahnarzthelferin beginnt, hat da keine Probleme. Sie erzählt von ihrem Vorstellungsgespräch: „Ich bin aufgestanden, als der Arzt reinkam, habe ihm die Hand gegeben und gelächelt – wie wir das geübt haben.“ Das machte Eindruck, die Stelle hat sie jedenfalls bekommen.

Gute Chancen hat auch Alkan Türkoglu (15). Er verbringt seinen wöchentlichen Praxistag bei Motorland Hofheim. Da machen sie ihm Mut. „Die Kollegen sagen, ich kann das, nur die Noten müssen besser werden.“ Und prompt werden sie besser, erheblich. Auch weil Hadouch und Mwabasi mit Alkan eine Vereinbarung getroffen haben. 15 Minuten jeden Tag Schulstoff nachbereiten. Anders als vor Beginn der Betreuung wisse der Schüler jetzt, wofür er sich anstrenge, findet auch Schulleiter Richter. „Alkan hat gemerkt, dass er selbst Handelnder ist.“

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum