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Hofheim Kehrtwende beim Lorsbacher Bahnhof

Die Fraktionen wollen den Umbau für den Lorsbacher Bahnhof nun doch schon 2014. Das Parlament entscheidet am Mittwoch.

Eigentlich ist es eine schallende Ohrfeige für die Kämmerin, den Magistrat und den Planungsdezernenten. Doch Wolfgang Winckler (SPD) nimmt die Sache sportlich. Sollte das Stadtparlament am kommenden Mittwoch ebenfalls mehrheitlich dafür stimmen, dass mit dem barrierefreien Umbau des Lorsbacher Bahnhofs bereits 2014 begonnen wird, werde er selbstverständlich sofort wieder die für die Bauarbeiten nötigen Sperrzeiten der Strecke bei der Deutschen Bahn beantragen und sich auch um die Fördermittel kümmern, die das Land Hessen für das Projekt in Aussicht gestellt hat, sagte er auf Anfrage der FR.

Bis Anfang der Woche war Winckler noch davon ausgegangen, dass das Vorhaben Bahnhofsumbau in Lorsbach auf das Jahr 2016 verschoben ist. So hatte es der Magistrat beschlossen und Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) in ihrer Haushaltsrede verkündet. Man wolle nicht die Schuldengrenze von 55 Millionen Euro überschreiten.

Winckler sagte die bereits mit der Deutschen Bahn vereinbarten Sperrzeiten für die Strecke ab. Vorsorglich, wie er der FR erklärte, auch wenn das Stadtparlament eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen hatte.

„Weil das ein Riesenprojekt ist und ohnehin klar war, dass der ursprünglich geplante Baubeginn im März 2013 nicht mehr zu halten gewesen wäre. Es existiert ja noch gar kein Baurecht.“ Jetzt kommt die Kehrtwende: Nach massiven Protesten von Bürgern, Ortsbeirat, Lorsbacher Stadtverordneten, Behinderten- und Seniorenbeirat stellten die Koalitionäre CDU und SPD im Haupt- und Finanzausschuss den Antrag, mit dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs doch schon 2014 zu beginnen.
Die Finanzlage im Jahr 2013 entspanne sich, heißt es zur Begründung, nicht zuletzt, weil für große Projekte wie den Neubau der Stadtbücherei, die nun vermutlich zusammen mit dem Kreis als Medienzentrum konzeptioniert wird, und für den Neubau der Ländcheshalle in Wallau mehr Planungszeit benötigt werde.

Die Gesamtinvestitionssumme von 4,385 Millionen Euro für den Bahnhofsumbau soll nach Wunsch von CDU und SPD nun über Haushaltsreste aus den Vorjahren und Verpflichtungsermächtigungen für 2013 sichergestellt werden, damit die Planungen beginnen können. Die Grünen, die ebenso wie der Linken-Vertreter stets für den raschen Bahnhofsumbau plädiert und die mehrfachen Verzögerungen heftig kritisiert hatten, verlangten, die Förderanträge sollten sofort wieder bei den zuständigen Stellen gestellt werden. Insgesamt waren bis zu 3,3 Millionen Euro für den Bahnhofsumbau in Aussicht gestellt. Einstimmig wurden die Anträge im Haupt- und Finanzausschuss verabschiedet.

Das letzte Wort hat am Mittwoch, 19. Dezember, die Stadtverordnetenversammlung. Die Sitzung, bei der auch der Haushalt für 2013 verabschiedet werden soll, beginnt um 18 Uhr im Obergeschoss der Hofheimer Stadthalle.

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