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Hofheim Hauptschulzweig läuft erfolgreich

Die zehnte Hauptschulklasse an der Gesamtschule Am Rosenberg ist ein kreisweites Pilotprojekt.

Sie sind alle voller Tatendrang und Optimismus. „Wir schaffen das, wir sind die Besten“, sagt Betelhem Wubshet Negash und lacht verschmitzt. Die 16-jährige Schülerin lebt erst seit zweieinhalb Jahren in Deutschland, in der Mitte des neunten Schuljahrs kam die gebürtige Äthiopierin auf die Gesamtschule Am Rosenberg, machte mit Bravour ihren Hauptschulabschluss und lernt jetzt zusammen mit 16 anderen Schülerinnen und Schülern, um in wenigen Wochen die Abschlussprüfungen für die mittlere Reife abzulegen.

Die zehnte Hauptschulklasse ist ein kreisweites Pilotprojekt. Die Leiterin des Hauptschulzweiges an der Gesamtschule Am Rosenberg, Andrea Seßner, spricht ungern von „Elitetruppe“, doch die 17 Mädchen und Jungen, die nach dem Ende der Hauptschule noch ein weiteres Jahr die Schulbank drücken, um die Realschule abzuschließen und damit am Ende vielleicht sogar in die gymnasiale Oberstufe zu wechseln, sind schon so etwas wie ihre Vorzeigeschüler. In knapp acht Monaten müssen sie mehr als den Stoff eines ganzen Schuljahrs büffeln, um leistungsmäßig mit den Realschülern gleichzuziehen. Am Anfang sei das Niveau in der H10 etwas niedriger gewesen als in den R-Klassen, sagt Seßner. Aber dank zusätzlicher Schulstunden in Mathe, Englisch, Deutsch und den Naturwissenschaften Physik und Chemie haben die Schüler ordentlich aufgeholt.

Mit einem Notenschnitt von 1,4 im Halbjahreszeugnis ist Nektarios Kiriakoupoulos Klassenprimus. In der achten Klasse sei er von der Realschule in die Hauptschule abgerutscht, erzählt der 16-Jährige. Vielen seiner Klassenkameraden erging es ähnlich. Manche kamen erst gar nicht auf die Realschule, weil ihre Leistungen nicht gut genug waren. Auch Sheba Jan trauten die Lehrer nach der Förderstufe nicht viel zu. Nun ist die 16-Jährige mit einem Notenschnitt von 1,5 bestes Mädchen in der zehnten Hauptschulklasse und träumt davon, Abitur zu machen.

Abi und Studium

Auch ihre Mitschüler wissen, wofür sie die Strapazen auf sich nehmen. Für alle steht der Realschulabschluss für bessere Chancen im Berufsleben. Michelle Deul will eine Ausbildung als Gestalterin für visuelles Marketing machen, Ahmad Fahec Dashti plant ein Maschinenbaustudium, Bahtiyar Günes will nach dem Abitur bei der Polizei arbeiten, und Betelhem Wubshet Negash will Abitur am beruflichen Gymnasium und eine Lehre als Bankkauffrau machen.

Einige dieser Träume könnten durchaus Realität werden, glaubt Klassenlehrerin Elke Becker. „Die Schüler sind sehr motiviert. Wenn einer schlapp macht, bauen ihn die anderen wieder auf“, sagt sie.

Auch im kommenden Schuljahr soll es an der Gesamtschule Am Rosenberg wieder eine zehnte Hauptschulklasse geben. Offen ist sie auch für Schüler von anderen Schulen aus dem Main-Taunus-Kreis. Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein qualifizierender Hauptschulabschluss mit einer Durchschnittsnote von besser als drei. In den Hauptfächern sollten die Schüler im Zeugnis möglichst eine Zwei haben.

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