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Hofheim Dudelsack am Wochenmarkt

Beim Interkeltischen Folkfestival treffen sich am Wochenende Besucher aus nah und fern in der Main-Taunus-Kreisstadtt. Die Klangstraße in der Fußgängerzone ist einer der Höhepunkte.

Interkeltisches Folkfestival
Es darf getanzt werden. Foto: Michael Schick

Der markante Klang des Dudelsacks schallt am Samstagvormittag bis zum Wochenmarkt am Untertor. Ein untrügliches Zeichen: Das Interkeltische Folkfestival ist wieder in der Stadt. Am Anfang der Fußgängerzone steht das Ensemble „Aygenart“. „Wir kommen aus dem tiefsten Odenwald“, sagt Burkhard Horn und lacht. Er bläst den Dudelsack, Jens Horn spielt Gitarre, und Vera Nitsch Akkordeon. Spontan haben sich die drei entschieden, bei der „Klangstraße“ in der Hofheimer Innenstadt mitzumachen, nachdem sie am Donnerstagabend beim Eröffnungskonzert des Festivals, das Teil des Kreisstadtsommers ist, selbst unter den Besuchern waren. „Wir machen seit 42 Jahren Straßenmusik und freuen und dass diese Kulturform in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, sagt Jens Horn. Den Passanten, die sich am Samstag rund um das Trio scharen, gefällt die Folkmusik, die sie machen: aus Frankreich und Irland, dem Balkan und Griechenland. Es wird getanzt und in die Hände geklatscht.

Ähnlich ist es vor der Bühne am Alten Rathauscafé, wo das Ensemble „Saitensprünge“ Musik aus Irland bis Hawai und selbst komponierte Stücke zum Besten gibt. Die fünf Musiker sind aus Bad Nauheim angereist. Sie spielen unter anderem Mandoline, Tamburin, Akkordeon und Harfe und haben auch manch melancholisches Lied im Gepäck.

Gründer und seit zwölf Jahren künstlerischer Leiter des Interkeltischen Folkfestivals ist der Hofheimer Thomas Zöller. Er ist am Samstagvormittag damit beschäftigt, im Alten Wasserschloss alles für den Auftritt der Band „Breabach“ fertig zu machen, die später schottischen Folk präsentieren wird. „Die Bombendrohnung im Chinon-Center am Morgen hat unseren Zeitplan durcheinander gebracht, wir konnten die technischen Anlagen, die noch in der Stadthalle waren, erst eine Stunde später holen“, sagt Zöller.

Zuschauerreihen voll besetzt

Abends, als die Zuschauerreihen im Wasserschloss mit 300 Besuchern voll besetzt sind und das Konzert begonnen hat, ist Zöller entspannt. Das Festival laufe wie immer sehr gut, sagt er. Fast alle Veranstaltungen seien ausverkauft. Besucher kämen aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland. „Auch der Schnupperkurs für schottischen Dudelsack war ausgebucht.“

In seiner Dudelsackakademie in Hofheim lehrt Zöller seit 2005 den Umgang mit der „Sackpfeife“. Und er hat eine Menge begeisterter Schüler. Einer von ihnen ist Andreas Jakobi. Der Krifteler spielt seit zwölf Jahren Dudelsack und steht am Samstagvormittag mit zwei anderen Schülern der Dudelsackakademie am Rand des Kellereiplatzes. Gemeinsam mit der Trommelgruppe der Hofheimer Musikschule spielt er dort im Rahmen der Klangstraße. „Das macht Riesenspaß, es ist ein tolles Ambiente hier“, sagt er.

Die städtische Musikschule ist seit zwei Jahren Veranstalter des Interkeltischen Folkfestivals. Direkt auf dem Wochenmarkt am Untertor hat sie am Samstag einen Stand, an dem Nachwuchsmusiker auftreten. „Greif zu, mach mit“, steht auf einem Schild, Rhythmusinstrumente können von jedermann ausprobiert werden. Versonnen sitzt eine Frau mit ihrer achtjährigen Tochter auf einer Bank und trommelt sachte mit den Fingern auf einem Tamburin. Das Mädchen bewegt eine Rassel im Takt. Das sei das Besondere am Festival, sagt Thomas Zöller. „Dass hier alle irgendwie mitmachen können.“

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