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Hofheim Circus Fischer in Wallau gestrandet

Vier Wochen Zwangspause / Ardek-Center will seinen Parkplatz zurück

18.02.2012 00:26
Oliver Heil

Manche Menschen, die im Wallauer Gewerbegebiet Ost arbeiten, haben ihn noch gar nicht bemerkt. Und doch ist der Circus Fischer schon seit einem Monat in der Stadt. Allerdings nicht, um in Wallau große und kleine Gäste mit der Pferdedressur, den sechs bengalischen Tigern, den Clowns und den Feuerschluckern zu begeistern. Der Familienzirkus aus Idstein, der auch als Circus Fischer-Starlight bekannt ist, ist in Wallau gestrandet. Auf einem Grundstück gleich an der Zufahrt zum Gewerbegebiet, zwischen Ardek-Center und Lidl.

Nichts weist dort auf den ersten Blick daraufhin, dass hier ein Zirkus campiert. Eine dicht gedrängte Ansammlung grauer Lkw-Anhänger ist in Gewerbegebieten schließlich oft zu sehen und selbst die zwei Hunde, die zwischen den Anhängern herumtollen, lassen nicht unbedingt auf einen Zirkus schließen. Nur der Kleinbus mit der Aufschrift „Schule für Kinder beruflich Reisender“ gibt einen Hinweis – und der Wohnwagen am Rand des Platzes.

Dort bekommt man nur die Auskunft, dass es sich hier nicht um eine Winterpause handele. Dass vielmehr ein Motorschaden den Zirkus vor vier Wochen zur Pause gezwungen habe und dann die Kältewelle. Mehr wolle man aber nicht sagen, jedenfalls nicht, bis der Chef wieder da sei. Am nächsten Tag ist die Handynummer, die der Zirkus auf seiner Homepage angibt, nicht zu erreichen. Die Vorsicht der Zirkusleute im Umgang mit der Öffentlichkeit könnte etwas mit Ardek-Vorstand Frank Haensel zu tun haben.

Streit mit dem Grundbesitzer

Ihm sind die Gäste auf dem Grundstück, dass der Firma gehört, nicht länger willkommen. Und er ist deutlich auskunftsfreudiger. „Wir brauchen das Grundstück als Parkplatz für unser Messecenter, es gab schon Kunden, die sich beschwert haben“, berichtet er. Das Ardek-Center kann für Messen und andere Großveranstaltungen gemietet werden. Am kommenden Wochenende findet dort die Erotikmesse Wallau statt.

„Wir haben dem Zirkus die kurzfristige Zusage gegeben, dort für kurze Zeit zu bleiben, von vier Wochen war nie die Rede“, sagt Haensel. Man habe auch schon „mit öffentlicher Unterstützung“ versucht, das den Zirkusleuten klarzumachen, aber bislang nicht viel erreichen können. „Je eher die weiterziehen“, bekundet Haensel, „desto lieber ist mir das.“

Keine Probleme mit dem Circus Fischer hat dagegen das Veterinäramt des Kreises. „Bei unserer letzten Kontrolle gab es aus Sicht der Veterinäre keine nennenswerten Beanstandungen“, teilt das Amt mit. Kontrolliert habe man zum Beispiel die Bewegungsfreiheit der Tiere, die Ernährung und bei den Pferden den Zustand der Hufen.

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