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Hofheim „Basislösung ist Nullnummer für die Stadt“

Die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau fordert mehr Geld für den Neubau der Ländcheshalle. Die Mitglieder glauben, die Stadt wolle sich billig aus der Affäre ziehen. Sie wollen nach dem Neubau mindestens die heutige Hallenkapazität.

Der Bau der Ländcheshalle geht nun los. Foto: Martin Weis

Das Ringen um den Neubau des Ländcheshalle in Wallau geht weiter. Die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau hat dazu gestern in einem offenen Brief an die Stadtverordneten noch mal ihre Position deutlich gemacht. Die Gruppe, die sich vor kurzem gegründet und bereits eine große Protestaktion vor dem Rathaus veranstaltet und mehr als 3000 Unterschriften gesammelt hat, will alles tun, um die Realisierung der sogenannten Basislösung – den Neubau einer Drei-Feld-Halle mit 600 Zuschauerplätzen auf dem Gelände der Taunusblickschule – zu verhindern.

50 Prozent der Hallenkapazität und 50 Prozent des Sportangebots gingen damit für den 1200 Mitglieder zählenden TV Wallau verloren, rechnet die IG vor. Sportverein und Schule müssten sich künftig eine Halle teilen, die Handballer könnten nicht mehr entsprechend trainieren.

Keine echte Investition

Das Angebot der Stadt, nur die rund drei Millionen teure Basislösung zu bezahlen, sei keine echte Investition in Wallau, rechnet die Interessengemeinschaft vor. Die anfallenden Erträge durch den Verkauf des jetzigen Hallengrundstücks, der Wegfall der Sanierungskosten für die Schulturnhalle und die Beteiligung des Kreises am Neubau deckten die Ausgaben weitestgehend ab. Gerade mal 330.000 Euro müsste die Stadt noch beisteuern. Und selbst dieses Geld käme durch die zu erwartende Grunderwerbssteuer für das Hallenareal wieder in die Kasse.

Der TV Wallau bliebe beim Bau einer größeren Halle für rund 6,5 Millionen Euro dagegen abzüglich aller Fördergelder auf rund 1,65 Million Euro sitzen und wäre der große Zahlmeister, während die Stadt „mit einer Nullnummer aus dem Projekt herauskommt“.

„Wir fordern, dass die Stadt Hofheim die Investition für einen Hallenneubau übernimmt, der die jetzigen Hallenkapazitäten – Ländcheshalle und Schulturnhalle – mindestens erhält“, heißt es im Brief der IG. Viel zu wenig sei bisher in Wallau investiert worden, dem Stadtteil, der dank der Deutschlandzentrale von Ikea gut die Hälfte aller Gewerbesteuereinnahmen beisteuere.

Dass auch die Parlamentarier die Basislösung einer neuen Ländcheshalle nicht für ausreichend halten, wurde in der Stadtverordnetenversammlung deutlich. Einig waren sich Vertreter aller Parteien aber auch, dass erst, wie bereits beschlossen, zusammen mit dem TV Wallau ausgelotet werden müsse, wie viel Geld der Verein bereit sei beizusteuern. „Wir müssen nach vorne schauen“, sage Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). Der Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) versprach, er werde sich einsetzen, dass im Kreishaushalt 2014 Geld für den Hallenneubau eingestellt werde.

Auf Anfrage der Grünen nannte Stang die Summen, die die Stadt für die Sporthallen in Lorsbach, Diedenbergen und der Kernstadt in die Hand genommen hat: Sie liegen zwischen 756.000 und 1,43 Millionen Euro.

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