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Hofheim Aufruhr in Wallau

Die Interessengemeinschaft „Wallauer für Wallau“ facht den Streit um die Ländcheshalle wieder an. Für den Ersten Stadtrat Wolfgang Exner (CDU) ist das eine „Neiddebatte“.

Die Interessengemeinschaft fordert Sanierung oder Neubau. Foto: M. Weis

Sie rufen alle Wallauer auf, Fahnen an ihren Häusern anzubringen, haben binnen zweier Wochen schon rund 1500 Unterschriften via Internet gesammelt und kündigen in einem Flugblatt „Gegenwehr“ an – die sechs Initiatoren der erst jüngst gegründeten Interessengemeinschaft (IG) „Wallauer für Wallau“ mischen den Hofheimer Stadtteil derzeit gewaltig auf.

Konkret geht es ihnen vor allem um Sanierung oder Neubau der maroden Ländcheshalle sowie der benachbarten Schulturnhalle. „Wir fordern Erhalt oder Ausbau der bestehenden Kapazitäten“, sagt IG-Mitglied Frank Heinz. Schon jetzt seien beide Hallen voll ausgelastet und es bestehe sogar zusätzlicher Bedarf. Bei der von der Stadt präsentierten „Basislösung“ würde hingegen die Hälfte der Sport- und Kulturmöglichkeiten in Wallau wegfallen, befürchtet die Initiative. Die IG übt aber auch Grundsatzkritik. „Jahrelang ist unser Stadtteil vernachlässigt worden“, so Frank Heinz.

„Eine solche Neiddiskussion ist sinnlos“, entgegnet der Erste Stadtrat Wolfgang Exner (CDU). Schließlich führe die Stadt derzeit Gespräche mit dem Vorstand des TV Wallau über die Zukunft der Ländcheshalle und eine mögliche Beteiligung des Vereins als Hauptnutzer.

Die sogenannte Basislösung sieht eine Drei-Feld-Halle auf dem Gelände der Taunusblickschule vor, in die auch der Schulsport integriert werden soll. Die Finanzierung würde die Stadt übernehmen. Sie könnte aber gleichzeitig das Grundstück verkaufen, auf dem die jetzige Ländcheshalle steht.

Den Rest müsste der TV Wallau stemmen, der zudem als Bauträger fungieren soll – auch, um leichter an Zuschüsse zu kommen. Was die Kosten angeht, könne er beim derzeitigen Stand noch nichts Konkretes sagen, bedauert der Erste Stadtrat. „Wir müssen erst einmal den Bedarf feststellen.“ Doch er verspricht: „Wir werden vom TV nichts anderes verlangen als von anderen Hofheimer Vereinen.“ In 14 Tagen sei das nächste Treffen vorgesehen. Bei einer Mitgliederversammlung habe der Verein immerhin beschlossen, die Bauträgerschaft ernsthaft zu prüfen, so Exner. „Das reicht uns erst einmal.“ Vom Verein selbst war keine Stellungnahme zu bekommen.

Leider seien derzeit in Wallau zu viele „destruktive Kräfte“ am Werk, bedauert der Erste Stadtrat, der selbst in dem Ort wohnt. Er spielt damit auf den überraschenden Rücktritt des Vereinsringvorstands am vergangenen Wochenende an. Die Vorstandsmitglieder hatten ihren Abschied unter anderem mit der erneuten Diskussion um die Ländcheshalle begründet.

„Wir bedauern das sehr“, sagt Heinz. Schließlich sei es das Ziel der IG, möglichst alle Wallauer zusammenzubringen. Deshalb hatte die IG im Dezember auch alle Vereine sowie den Vereinsring zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. „Wir spüren eine große Resonanz “, sagt Heinz. Deshalb wollen er und seine fünf Mitstreiter auch nicht locker lassen – und rufen als Nächstes zu einer Kundgebung vor dem Hofheimer Rathaus auf.

Die Interessengemeinschaft ist im Internet unter www.wallauer-fuer-wallau. de zu finden. Die Kundgebung ist am Samstag, 19. Januar, von 11.55 bis 15 Uhr vor dem Hofheimer Rathaus.

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